Sanierung Personalhaus Unispital Zürich: «Auskleidung von Innen»

[Wettbewerbe]

Derendinger Jaillard Architekten gewinnen den Projektwettbewerb für die Sanierung des Personalhauses am Universitätsspital Zürich. Stephan Derendinger wählt für «Hochparterre Schweiz» eine Visualisierung und einen Plan aus und beantwortet unsere drei Fragen.

Eingang des Personalhauses aus dem Jahre 1955.
Eingang des Personalhauses aus dem Jahre 1955.

Was ist die Erfindung des Siegerprojektes?
Stephan Derendinger: Die vorgeschlagene Strategie besteht in einer Auskleidung des Gebäudes von Innen. In den Zimmern werden Gebäudetechnik und Wärmedämmung in ein vorfabriziertes Möbelelement mit Tisch, Schrank und Lavabo integriert. Die Räume werden zwar etwas verkleinert, können aber besser möbliert werden. Einziger Eingriff in den Fassaden sind die neuen Fenster.

Wie verhalten sich die neuen Eingriffe zum Bestehenden?
Das ehemalige Schwesternhaus wurde 1955 nach den Plänen der Architekten Burzi + Hauenstein erstellt. Die für den typischen Zeugen der fünfziger Jahre charakteristische, solide Materialität und die feine Gliederung der Fassaden sind in unseren Augen erhaltenswert. Auch sind die Fassaden in einem sehr guten Zustand. Hingegen entsprechen die Innenräume nicht mehr den heutigen Standards und weisen einen grossen Sanierungsbedarf auf.

Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?
Es musste eine Strategie gefunden werden, welche die erforderlichen Anpassungen des Personalhauses an die heutigen Bedürfnisse in einem engen Kosterahmen ermöglicht, ohne die zeittypischen Qualitäten zu zerstören.

Grundriss des Normalgeschosses mit den neuen Einbauten in Rot.
Grundriss des Normalgeschosses mit den neuen Einbauten in Rot.

Universitätsspital Zürich: Sanierung Personalhaus
Projektwettbewerb im selektiven Verfahren mit fünf Architekturteams für die Baudirektion des Kantons Zürich.
- 1. Rang: Derendinger Jaillard Architekten, Zürich. Statik: Edy Toscano, Zürich, Haustechnik: Müller + Pletscher, Winterthur, Ingenieurbüro Fanta, Oetwil am See, Gode, Zürich, Bauphysik:
BAKUS Bauphysik, Zürich.
- 2. Rang: wbarchitekten, Bern. Statik: Dr. Lüchinger + Meyer, Zürich, Haustechnik: Amstein + Walthert, Bern, Bauphysik: Grolimund & Partner, Bern.
Weitere Teilnehmer:
- Schneider Studer Primas / BGS & Partner Architekten, Zürich. Statik: APT Ingenieure, Zürich, Haustechnik: Meierhans + Partner, Schwerzenbach, Ingenieurbüro Bösch, Unterengstringen, Amstein + Walthert, Zürich, Bauphysik: BWS Bauphysik, Winterthur
- markus jandl_architekten + quade architects, Zürich. Statik: Heyer Kaufmann Partner, Zürich, Haustechnik: 3-Plan Haustechnik, Winterthur, Bauphysik: Raumanzug, Zürich
- Birchmeier Uhlmann Architekten, Zürich. Statik: Aerni + Aerni Ingenieure, Zürich, Haustechnik: Waldhauser Haustechnik, Münchenstein, Staub Sanitärplanung, St. Gallen, Meili Tanner Partner, Uster, Bauphysik: mühlebach partner, Wiesendangen.

Einbau Theaterraum Lyceum Alpinum Zuoz: «Der andere Ansatz»

[Wettbewerbe]
Die Innenarchitekten gasser, derungs gewinnen den Studienauftrag für den Einbau eines Theaterraumes im Lyceum Alpinum Zuoz. Remo Derungs wählt für «Hochparterre Schweiz» eine Visualisierung und einen Plan aus und beantwortet unsere drei Fragen.

Der neue Zugang zum Theater mit dem Vordach, in das sämtliche Werke Shakespeares reliefartig eingelassen sind.
Der neue Zugang zum Theater mit dem Vordach, in das sämtliche Werke Shakespeares reliefartig eingelassen sind.

Was ist die Erfindung des Siegerprojektes?
Remo Derungs: Der Theatereinbau lehnt sich ans Shakespearesche Theater, dem Globe Theater an. In das ehemalige Wasserbecken des Hallenbades wird ein hölzernes Gerüst eingesetzt, das als Bühne aber auch als Zuschauerraum funktioniert. Die Holzkonstruktion erinnert an die Bretterbühnen der Jahrmarktgaukler. Bretter, die die Welt bedeuten. Durch seine Konstruktionsweise bleibt der Theatereinbau unabhängig von der bestehenden Bausubstanz. Für die verschiedenen Stücke kann die Struktur unterschiedlich bespielt werden: Zum Beispiel mit Vorhängen, Spiegelflächen oder bedruckten Paneelen.

Wie verhält sich der Einbau zur Umgebung?
Das Thema des Hangs und der gewaltige Sockel schaffen den Ausgangspunkt für eine Neugestaltung des Zugangs zum Theater: Ein neuer Eingang von der Strasse her soll dem architektonisch und kulturhistorisch bedeutenden Gebäude einen repräsentativen und zugleich subtilen Zugang zum Theater verschaffen und es als öffentlichen Kulturraum erkennbar machen. Der Sockelmauer wird ein präziser Sichtbetonkörper vorgesetzt, auf welcher das Vordach abgestützt wird. Sämtliche Werke Shakespeares sind an der Dachuntersicht reliefartig eingelassen. Zur Ankündigung des aufgeführten Werkes werden Messingbuchstaben in das Relief eingesetzt. Eine Neuinterpretation der traditionellen Sgrafitto-Technik, die im Engadin weit verbreitet ist.

Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?
Eigentlich ist die Aufgabe auf uns zugeschnitten. Wir bewegen uns als Büro permanent zwischen Architektur, Szenografie und Corporate Design. Die grundlegende Idee des Holzgerüstes kam uns relativ früh und war für uns so eindeutig, dass wir sie im Team immer wieder überprüfen mussten.

Grundriss des ehemaligen Schwimmbads, das zum Theater umgebaut wurde.
Grundriss des ehemaligen Schwimmbads, das zum Theater umgebaut wird.

Einbau Theaterraum Lyceum Alpinum Zuoz
Anonymer Studienauftrag im direkten Einladungsverfahren mit vier Architekturbüros für das Lyceum
Alpinum Zuoz.
- Weiterbearbeitung: gasser, derungs Designer und Innenarchitekten, Zürich/Chur
- Weitere Teilnehmer: Corinna Menn Architektin, Chur; Raphael Zuber Architekt, Chur; Angela Deuber Architektin, Chur.

--> Sämtliche Wettbewerbsresultate werden in der nächsten Ausgabe von hochparterre.wettbewerbe publiziert. Erscheinungsdatum: 13. September 2010
--> Carmen Gasser und Remo Derungs sind Gäste im nächsten Lorbeerkränzchen am 14. Oktober um 19.00 Uhr bei Hochparterre Bücher, Buchhandlung für Architektur, Kunst und Design, in Zürich.

Zentrum für Leistungs- und Breitensport Winterthur: «Drei Bereiche um eine Mitte»

[Wettbewerbe]

EM2N Architekten gewinnen zusammen mit Balliana Schubert Landschaftsarchitekten den Studienauftrag für das Internationale Zentrum für Leistungs- und Breitensport (IZLB) in Winterthur. Katie Schakat von EM2N wählt für «Hochparterre Schweiz» zwei Visualisierungen aus und beantwortet unsere drei Fragen.

Visualisierung des Zentrums für Leistungs- und Breitensport
Visualisierung des Zentrums für Leistungs- und Breitensport

Wie ist das Gebäude gegliedert?
Katie Schakat: Der Gliederung des Raumprogramms folgend setzt sich das Zentrum aus drei kubischen Gebäudeteilen zusammen: Der südliche, ausgedrehte Gebäudeteil beinhaltet als «Sporttrakt» zwei 3-fach Turnhallen und Kraftbereiche. Der Hochbau ist der «Unterkunfttrakt» wo die Unterkunftzimmer, die Konferenzflächen und die zugehörigen gastronomischen Bereiche untergebracht sind. Der nördliche Gebäudeteil beherbergt als «Bürotrakt» auf drei Geschossen flexibel vermietbare Flächen für diverse Nutzungen.

Was ist die Erfindung des Siegerprojektes?
Die dreieckige, dreigeschossige zentrale Lobby bildet das Herzstück des Sportzentrums und ist Empfangs-, Verteil- und Kommunikationsraum. Sie bietet verschiedene Blickbeziehungen, ist vielfältig bespielbar und flexibel den drei Gebäudebereichen zuschaltbar. Die Fügekanten der drei Gebäudeteile bilden stumpfwinklige Knicke, an denen sich jeweils die Zugänge befinden. Zur Strasse hin entsteht ein grosszügig gefasster Empfangsraum mit Vorfahrt und Ankunftsbereich. Die im zweiten Obergeschoss auskragende Laufbahn markiert den Haupteingang zeichenhaft und ist zugleich grosszügiges Vordach.

Wie verhalten sich die Bauten zur Umgebung?
Die Freiräume um das neue Leistungszentrum gliedern sich in einen urban geprägten Ankunftsbereich, einen landschaftlich gestalteten Quartierpark und in die grossen Rasenflächen der Sportfelder. Zusammen mit dem Leichtathletikstadion und der Eishalle entsteht eine eindeutige und übergeordnete Adresse für die drei Sportkomplexe.

Tragwerksmodell des Sportzentrums
Tragwerksmodell des Sportzentrums

Internationales Zentrum für Leistungs- und Breitensport (IZLB) Winterthur
Studienauftrag im selektiven Verfahren mit fünf Architekturteams für die befair partners ag und die Stadt Winterthur.
- Weiterbearbeitung: EM2N Architekten, Zürich, mit Balliana Schubert Landschaftsarchitekten, Zürich, und Schnetzer Puskas Ingenieure, Zürich.
- 2. Runde zur Überarbeitung: mépp, ménard partner projekte, Zürich, und Baumschlager Eberle, Zürich, mit Hager Landschaftsarchitektur, Zürich.
- Weitere Teilnehmer: e2a Eckert Eckert Architekten, Zürich, mit Nipkow Landschaftsarchitektur, Zürich, Caretta Weidmann Baumanagement, Zürich, und Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure, Zürich; Frei & Ehrensperger Architekten, Zürich, mit Jacqueline Kissling Architecture, Staad, Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure, Zürich, Walhauser Haustechnik, Basel, Thomas Lüem Partner, Dietikon, und Bakus Bauphysik und Akustik, Zürich; Schneider & Gmür Architekten, Winterthur, mit Rotzler Krebs Partner Landschaftsarchitekten, Winterthur, Ghisleni Planen Bauen, Rapperswil, und Dr. Deuring + Oehninger Bauingenieure, Winterthur.

Schulanlage Mörschwil: «Vier Eckstützen tragen das Gebäude wie einen Tisch»

[Wettbewerbe]

Hug Architekten gewinnen den Projektwettbewerb für den Ausbau der Schulanlage in Mörschwil (SG). Hanspeter Hug wählt für «Hochparterre Schweiz» eine Visualisierung und einen Plan aus und beantwortet unsere drei Fragen.

Ansicht aus Südwesten
Ansicht aus Südwesten

Was ist die Erfindung des Siegerprojektes?
Hanspeter Hug: Der neue Schulhausbaukörper und das liegende Verbindungsgangvolumen werden an der Geländekante zusammengeschoben. Der unterirdische Verbindungsgang ist als Röhre mit Lochfenstern gestaltet, auf welchem sich die massive horizontale Vordachplatte mit quer liegenden Tragwänden abstützt. Vier Eckstützen tragen die Hauptlasten des Schulhauses ähnlich eines Tisches. Der durchgehende Treppenkern steift die Geschosse aus. Die statische Struktur ermöglicht eine grösstmögliche Transparenz gegen aussen und führt die Landschaft und das Licht ins Schulhaus hinein. Die drei Schulgeschosse sind extrovertiert konzipiert, das oberste Geschoss mit der Bibliothek und dem Lernatelier jedoch introvertiert auf den Hof bezogen.

Wie verhalten sich die Bauten zur Umgebung?
Die zwei bestehenden Schulbauten stehen einander gegenüber, suchen die Verwandtschaft in der Grösse und loten mittels der Symmetrieachse die Lage zueinander aus. Dazu gesellt sich das neue, gleichwertige Schulhaus. Die Terrassierung wird für die zwei Kindergärten genutzt, um ihnen einen separaten Aussenbereich anzubieten und um das Licht in die unteren Geschosse zu führen. Die räumliche Zonierung des Pausenplatzes erfolgt durch wenige, bewusst gesetzte Elemente. Oberflächen aus Asphalt, Kies und Pflästerung ermöglichen sinnliche Erfahrungen für unterschiedliche Tätigkeiten.

Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?
Die Herausforderung bestand darin, die Situation des Pausenraums zwischen den bestehenden Schulhäusern zu klären. Dieser Aussenraum ist jetzt mit Dächern, Rabatten und Mauern verstellt und kleinteilig gegliedert. Zudem trennt die bestehende Turnhalle das Areal in einen oberen schulbezogenen Pausenplatz und einen unteren Aussenraum mit den Sportfeldern. Das neue Schulhaus besetzt diese neuralgische Stelle und gibt damit dem oberen Schulplatz einen Rücken gegen Süden. Gleichzeitig wird so die Verbindung der unterschiedlichen Ebenen reaktiviert.

Situationsplan der Schulanlage
Situationsplan der Schulanlage mit Umgebung

Projektwettbewerb Ausbau Schulanlage Mörschwil (SG)
Projektwettbewerb im selektiven Verfahren mit zehn Architekturbüros für die Schulgemeinde Mörschwil (SG).
- 1. Rang: hug architekten, St. Gallen.
- 2. Rang: baumann grieder ryffel walser architekten, Basel, mit Bryum Landschaftsarchitektur, Basel.
- 3. Rang: Frei & Ehrensperger Architekten, Zürich, mit Bakus Bauphysik & Akustik, Zürich.
- 4. Rang: Atelier Markus Buschor, St. Gallen.
- Weitere Teilnehmer: Esch Sintzel Architekten, Zürich; Gschwind Architekten, Basel, mit ZPF Ingenieure und Grand Paysage Landschaftsarchitektur, Basel; Andy Senn Architekt, St. Gallen, mit Merz Kley Partner, Altenrhein; Froelich&Hsu Architekten, Zürich, mit Dr. Lüchinger + Partner, Zürich; manetschmeyer architekten, Zürich; Dominik Herzog Architekt und Berrel Berrel Kräutler Architekten, Zürich, mit Schärli + Oettli Bauingenieure, Zürich.

Entschieden: Wettbewerb für Arealentwicklung in Zollikofen

[Wettbewerbe]
Modelfoto Siegerprojekt (Bild: Bundesamt für Bauten und Logistik)
Modelfoto des Siegerprojekts (Bild: Bundesamt für Bauten und Logistik)

Die Gross Generalunternehmung AG hat zusammen mit Liechti Graf Zumsteg Architekten den Gesamtleistungswettbewerb für die Arealentwicklung und ein Verwaltungsgebäude auf dem Areal «Meielen» in Zollikofen gewonnen. Das Gebiet ist als Industriebrache in Besitz der Eidgenossenschaft. Der Bund will dort 700 Arbeitsplätze konzentrieren. Gefragt waren eine städtebauliche Lösung für das 41'000 Quadratmeter grosse Gesamtareal und ein konkreter Projektvorschlag für eine erste Bauetappe des Verwaltungsbaus. Der Baubeginn ist für Mitte 2011 geplant. Alle Projektvorschläge werden der Öffentlichkeit in einer Ausstellung ab 9. August präsentiert.

Arealentwicklung und Neubau Verwaltungsgebäude «Meielen» Zollikofen
Gesamtleistungswettbewerb im selektiven Verfahren mit zehn Planungsteams für das Bundesamt für Bauten und Logistik in Zollikofen (BE). Gewonnen hat die Firma Gross Generalunternehmung AG, Brugg, zusammen mit Liechti Graf Zumsteg Architekten, Brugg.

--> Öffentliche Ausstellung: Bernstrasse 176 (gelbes Gebäude, 1. OG), Zollikofen, 9. bis 20. August 2010 jeweils werktags von 16-19 Uhr, sowie am Samstag, den 14. August von 10 bis 16 Uhr.

Kleinbruggen: «Eine dichte Überlagerung unterschiedlichster Kulturschichten»

[Wettbewerbe]

Nahoko Hara, Zeno Vogel Architekten gewinnen zusammen mit Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur den Ideenwettbewerb für die städtebauliche Entwicklung des Gebiets Kleinbruggen in Chur. Zeno Vogel wählt für «Hochparterre Schweiz» eine Visualisierung und einen Plan aus und beantwortet unsere drei Fragen.

Soglio, Palazzo Salis: Landschaftsraum. Hinter der Mauer der italienische Garten und die Mammutbäume.
Soglio, Palazzo Salis: Landschaftsraum. Hinter der Mauer der italienische Garten und die Mammutbäume.

Was ist die Erfindung des Siegerprojektes?
Zeno Vogel: Im Gebiet Kleinbruggen findet eine dichte Überlagerung unterschiedlichster Kulturschichten statt. Das Areal wird nun neu dem Wohnen erschlossen. Es ist eine Eigenschaft von Wohnüberbauungen, Vorhandenes bis zur Unkenntlichkeit zu übertünchen. Dem gegenüber soll das Wohnen in unserem Projekt ein spezifisches Verhältnis zum Landschaftsraum eingehen, das dem neuen Wohnquartier Identifikationspotenzial schafft. Die dichte, urbane Wohnüberbauung - mit hohem Wohnwert und echter Privatheit - steht als Gegenstück zum gemeinsamen Landschaftsraum. Es galt dazu die räumlichen, typologischen und prozessualen Mittel zu finden.

Wie verhalten sich die Bauten zur Umgebung?
Das Eindringen der Landschaft in die Wohnsiedlung (und umgekehrt), das Einbeziehen der Tumas (Hügel) und der Topographie als raumbildende Elemente sowie die Festlegung von bebaubaren, der Landschaft gegenüber leicht angehobenen «Plattformen» sind die zentralen Momente des Vorschlages: Sie gestalten die Beziehung der Wohnungen zu den privaten Gärten einerseits und zum Landschaftsraum andererseits.

Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?
Die Herausforderung lag darin, einen Umgang mit dem Ort zu skizzieren, der sowohl für die Bauträgerschaft eine langfristige, flexible Entwicklung des Gebiets erlaubt als auch der Stadt ein attraktives und konsistentes Siedlungsmuster in Aussicht stellt.

Situationsplan Kleinbruggen
Situationsplan des Gebiets Kleinbruggen in Chur

Ideenwettbewerb städtebauliche Entwicklung Gebiet Kleinbruggen, Chur
Ideenwettbewerb im selektiven Verfahren mit zehn Architekturteams für die Stiftung Priesterseminar St. Luzi in Chur.
- 1. Rang: Nahoko Hara, Zeno Vogel Architekten, Zürich, mit Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur, Zürich.
- 2. Rang: Edelaar, Mosayebi, Inderbitzin Architekten, Zürich, mit PLGE Frank Zierau Architekt und Silavain Malfroy Städtebauexperte, Zürich, und vi.vo.architektur.landschaft, Zürich.
- 3. Rang: Architekturbüro Miroslav Sik, Zürich.
- 4. Rang: Maurusfrei:partner architekten, Chur, mit Rotzler Krebs Partner Landschaftsarchitekten, Winterthur.
- Weitere Teilnehmer: FELD4 Architekten, Zürich, mit Sapartners friedrich + muri, Zürich; Guagliardi Ruoss Architekt, Zürich; Jauch Zumsteg Pfyl Raumplanung Städtebau, Zürich, mit D. Jüngling und A. Hagemann Architekten, Chur, und Schmid Landschaftsarchitekten, Zürich; Futuraforsch, Zürich; Agps.architecture, Zürich; Architecture & Urbanism, Zürich; Blue architects & Ruprecht Architekten, Zürich, mit Beglinger + Bryan Landschaftsarchitektur, Zürich.

Entschieden: Studienauftrag für den Neubau des Pflegeheims in Arosa

[Wettbewerbe]
Visualisierung des Pflegeheims von Norden (Bild: Gret Loewensberg Architekten)
Visualisierung des Pflegeheims von Norden (Bild: Gret Loewensberg Architekten)

Gret Loewensberg Architekten gewinnen den Studienauftrag für den Neubau des Pflegeheims in Arosa. Die sechs Projektstudien werden vom 2. bis 7. August 2010 im Foyer der Turn- und Mehrzweckhalle Arosa ausgestellt. Am Mittwoch, 4. August, ist ab 16:00 Uhr zudem ein Mitglied des strategischen Ausschusses anwesend, um offene Fragen zu beantworten.

Studienauftrag Neubau Pflegeheim Arosa
Zweistufiger Studienauftrag mit sechs Planungsteams in der zweiten Stufe für die Gemeinde Arosa. Gewonnen hat das Planungsteam von Gret Loewensberg Architekten, Zürich, mit ATP Ingenieure, Zürich, 3-Plan Haustechnik, Winterthur, und Caretta + Weidmann Baumanagement, Zürich.

--> Ausstellung der Projektstudien, 2. bis 7. August 2010, 8.00-12.00 Uhr und 13.30-17.00 Uhr, Turn- und Mehrzweckhalle Arosa.

Ersatzneubau Siedlung Bombach: Der Siebenspänner

[Wettbewerbe]

Steib & Geschwentner Architekten gewinnen den Studienauftrag für den Ersatzneubau der Genossenschaftssiedlung Bombach in Zürich. Michael Geschwentner wählt für «Hochparterre Schweiz» eine Visualisierung und zwei Pläne aus und beantwortet unsere drei Fragen.

Aussicht vom Balkon auf die Siedlung
Visualisierung der Siedlung: Blick vom Balkon auf den Freiraum (Bild: Rafael Schmid)

Was ist die Erfindung des Siegerprojektes?
Michael Geschwentner: Die eigentliche «Erfindung» an unserem Projekt sind die mehrspännigen Häuser: Bis zu sieben Wohnungen gruppieren sich auf einem Geschoss an einem Treppenhaus. Dies führt zu vielfältigen Wohnungsgrundrissen. Jede Wohnung erhält sozusagen eine individuelle Geographie und Geschichte. Es entstehen überschaubare Nachbarschaften, die den sozialen Austausch fördern und dem Genossenschaftsgedanken der sozialen Gemeinschaft Rechnung tragen. Dank radikaler Reduktion der Erschliessung und der kompakten Gebäudeformen wird die Wirtschaftlichkeit optimiert, was wiederum günstigen Wohnraum ermöglicht.

Grundriss Normgeschoss
Typischer Grundriss eines der Häuser: Ein Treppenhaus erschliesst sieben Wohnungen

Wie verhalten sich die Bauten zur Umgebung?
Die städtebauliche Setzung orientiert sich an der Körnung des Quartiers. Es werden prägnante und abwechslungsreiche Freiraumabfolgen erzeugt, welche die Siedlung in die Nachbarschaft integrieren.

Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?
Die steigenden ökologischen Anforderungen (Minergie-P-Eco) bedingen ein neues Vorgehen im Wohnungsbau. Um die Balance zwischen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zu erreichen, müssen im Gencode des Projektes gewisse Bedingungen wie Kompaktheit und maximale Ausnützung bereits erfüllt sein. Zudem mussten Lärmemissionen, Topographie und ein geschützter Baumbestand berücksichtigt werden. Die einseitige Erschliessung und ein bestehender Abwasserkanal im Gelände erschwerten die Aufgabe. Eine weitere Herausforderung war die Integration eines Grossverteilers und dessen Anlieferung. Wir sehen darin aber auch eine grosse Chance für die Siedlung und die städtebauliche Aktivierung des Frankentalplatzes in Zürich Höngg.

Situationsplan der Siedlung
Situationsplan der Siedlung in Zürich Höngg

Studienauftrag Ersatzneubau Siedlung Bombach, Zürich Höngg
Zweistufiger, eingeladener Studienauftrag mit acht Architekturbüros für die Bau- und Siedlungsgenossenschaft Höngg BSH in Zürich.
- 1. Rang: Steib & Geschwentner Architekten, Zürich, mit Katja Albiez Landschaftsarchitektin, Zürich
- 2. Rang: Gigon/Guyer Architekten, Zürich, mit Westpol Landschaftsarchitektur, Basel
- 3. Rang: Egli Rohr Partner Architekten, Baden-Dättwil, mit Hager Landschaftsarchitektur, Zürich
- Weitere Teilnehmer: Baumschlager & Eberle, Zürich; Zita Cotti, Zürich; Dalila Chebbi und Claudia Thomet, Zürich; Adrian Streich Architekten, Zürich, mit Kaufmann Widrig Architekten, Zürich; Zimmermann Architekten, Aarau, mit Christoph Ramser + Rafael Schmid Architekten, Zürich.

Feuerwehr-Ausbildungszentrum: «Die überdimensionale Feuerstelle»

[Wettbewerbe]

Streiff Architekten gewinnen den Projektwettbewerb für das Ostschweizerische Feuerwehr-Ausbildungszentrum in Bernhardzell. Vital Streiff wählt für «Hochparterre Schweiz» eine Visualisierung und einen Plan aus und beantwortet unsere drei Fragen.

Visualisierung des Brandfeldes mit dem Logistikgebäude im Hintergrund
Visualisierung des Brandfelds und des Brandhauses mit dem Logistikgebäude im Hintergrund

Was ist die Erfindung des Siegerprojektes?
Vital Streiff: Es ist weniger eine Erfindung als eine unerwartete Interpretationsform eines äusserst funktionalen Gebäudekomplexes mit ebenso funktionalen Aussenanlagen.
In der Regel sind diese Anlagen schematisch gehalten und lassen keine lebensfrohe Atmosphäre zu. Das Hauptthema Feuer bzw. Feuerlöschen wird inszeniert, quasi als überdimensionale Feuerstelle, die Brandhäuser stellen schöne Häuser dar.

Wie verhält sich der Bau zur Umgebung?
Die Umgebung ist eine leicht hügelige Kulturlandschaft und grenzt ans Landschaftsschutzgebiet der Sitter. In eine Hangmulde wird eine Plattform gebettet, um die grossflächigen, ebenen Aussenanlagen anzulegen. Die niedrig gehaltenen Gebäude liegen auf der Plattform und spannen mit dem steilen Hang den Aussenraum auf. Mit dem Einführen der Ebene konnten die verschiedenen Erschliessungen gelöst und entflochten werden, die Hangsituation wurde so optimal genutzt.

Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?
Am schwierigsten war, das heterogene Raumprogramm mit den unterschiedlichen Erschliessungen in Übereinstimmung mit dem steilen Hang zu bringen, um eine hohe Funktionalität zu gewährleisten.

Situationsplan
Situationsplan der Anlage

Projektwettbewerb Ostschweizerisches Feuerwehr-Ausbildungszentrum Bernhardzell
Offener, einstufiger Projektwettbewerb mit 51 Architekturbüros für das Hochbauamt des Kantons St. Gallen.
- 1. Rang: Streiff Architekten, Zürich, mit Ueli Müller Landschaftsarchitektur, Zürich
- 2. Rang: Armin Benz Martin Engeler Architekten, St. Gallen
- 3. Rang: Architekturbüro Zita Cotti, Zürich
- 4. Rang: Martin Bucher Architekt, Zürich, mit Appert & Zwahlen Landschaftsarchitekten, Cham
- 5. Rang: Steffen Folk Architekt, Bern
- 6. Rang: Caliesch Martinoni Architekten, Zürich

Verwaltungsgebäude Münsingen: «Das Runde gehört an die Ecke»

[Wettbewerbe]

Morscher Architekten gewinnen den Studienauftrag für den Neubau der zentralen Verwaltung in Münsingen. Cornelius Morscher wählt für «Hochparterre Schweiz» eine Visualisierung und einen Plan aus und beantwortet unsere drei Fragen.

Dank der abgerundeten Ecken wird das neue Verwaltungsgebäude in den Park eingebunden.
Dank der abgerundeten Ecken umfliesst der Park das neue Verwaltungsgebäude.

Was ist die Erfindung des Siegerprojektes?
Cornelius Morscher: «Das Runde gehört ins Eckige» war bis jetzt meine Devise - und nicht das Runde gehört an die Ecke. Wir haben für unser Büro die runde Ecke erfunden. Ich kann mich nämlich an sämtliche 360 Winkel erinnern, die wir bis jetzt erfunden und auch verwendet haben, aber nicht an so etwas seltsames wie eine runde Ecke.

Wie verhält sich der Bau zur Umgebung?
Der eng gesteckte Perimeter liess nicht viel Spielraum zu. Unsere Sorge war, dass der Neubau als ein weiterer Mosaikstein des Bebauungsgürtels um den Park gelesen wird und quasi als Aufforderung, die so entstehenden Lücken baulich gleich wieder zu füllen und den Park weiter zu verkleinern. Die Idee mit der dreiecksförmigen Grundrissfigur und den runden Ecken kam da gerade recht. Der Park und sein Wegsystem umfliessen den Bau, keine Kante nimmt Bezug zur umliegenden Bebauung, die sehr heterogen mit schönen alten Bauernhäusern, aber auch mit 80er-Jahre Bauten aus abgeschrägten bahamabeigen Waschbetonfassaden daherkommt. Aus Nutzer- und Innensicht erleichtert der punktuell unterbrochene Bürogürtel auf der Parkseite die Orientierung und ermöglicht Sichtbezüge zum Schlosspark mit seinem wertvollen Obstbaumbestand.

Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?
Zwei Fragen haben mich beschäftigt: 1. Wie sagt man seinem Mitarbeiter, der soeben einen Projektvorschlag mit diesen unmöglichen abgerundeten Ecken auf das Modell gelegt hat, er solle nie - wirklich nie wieder - mit so etwas daherkommen? 2. Wie sagt man am nächsten Tag dem gleichen Mitarbeiter, dass man sich geirrt hat und die Idee mit den abgerundeten Ecken doch nicht so schlecht ist? Man sagt es so: «Sorry Marco (das ist der mit den runden Ecken), ich habe mich geirrt, du hast eine gute Idee gehabt.» Punkt.

Der Situationsplan zeigt den Neubau am Rande der Parkanlage.
Der Situationsplan zeigt den Neubau am Rande der Parkanlage «Schlossguet».

Studienauftrag Neubau Zentrale Verwaltung Münsingen
Studienauftrag im selektiven Verfahren mit drei Architekturbüros für die Gemeinde Münsingen.
- Weiterbearbeitung: Morscher Architekten, Bern, mit dem Landschaftsarchitekturbüro bbz, Bern.
- Weitere Teilnehmer: Büro B Architekten und Planer, Bern; alb Architektengemeinschaft, Bern, mit dem Landschaftsarchitekten David Bosshard.

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