|  2010-03-10 Die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Hochschulen ist fruchtbar, nicht nur in der Forschung, auch in der Lehre. Ein Beispiel einer solchen Zusammenarbeit konnte am 4. März an der ETH Zürich begutachtet werden (am 15. Januar war die Jurierung, nicht die Preisverleihung, wie zuerst fälschlicherweise berichtet). Im dortigen Foyer wurden die Preisträger des Hawa Student Award 2010 geehrt und mit feinen Tröpfchen und guten Häppchen gefeiert.

Für den Preis mit dem Untertitel «Das wandelbare Haus» setzten sich Studenten von Hochschulen aus der Schweiz und darüber hinaus mit der gleichen Aufgabenstellung auseinander: Ein kleines Ferienhaus sollte flexibel auf die Wünsche und Bedürfnisse seiner Bewohner reagieren können. Bei der detailierten Planung dieser Häuser standen die Hawa-Beschläge für Schiebeelemente im Vordergrund.
Neben den beiden Sachpreisrichtern Heinz Haab sowie Anke Deutschenbaur von der Hawa AG, diskutierten in der rennomiert besetzten Jury fünf Architekturexperten: Marianne Burkhalter, Andrea Deplazes, Axel Fickert, Niklaus Graber und Dominique Salathé. Sie kürten vier gleichberechtigte Preisträger: Blaz Hartman von der Univerza v Ljubljani, Daniel Fuchs und Simon Mühlebach von der ETH Zürich, Franziska Flückiger und Kevin Jans von der HSLU Luzern, Léo Collomb und Max Collomb von der Accademia di architettura di Mendrisio. Das Preisgeld von 12'000 Franken ging in gleichen Teilen an die vier Teams.
Bei jedem der ausgezeichneten Projekte steht ein Aspekt der Nutzung von Schiebebeschlägen im Vordergrund: vom einfachen Schiebeelementen, die unterschiedliche Zimmergrössen und –proportionen ermöglichen, über grosse, verschiebbare Rahmenelemente, flexible Geschossdecken, bis hin zu einer einzigen verschiebbaren Wand, die das Raumgefüge des Hauses komplett verändert.
Die Hawa AG wurde 1965 in Mettmenstetten gegründet und wird heute in der zweiten Generation von Gregor und Heinz Haab geleitet. Sie beschäftigt 140 Angestellte und gehört zu den führenden Entwicklern und Herstellern von Schiebebeschlagsystemen.
Mehr Infos hier.
Seit 1998 vergibt der Schweizer Heimatschutz jährlich den Schulthess-Gartenpreis. Die letzten Jahre ging er an die Salis-Gärten im Bergell, den Alpengarten Flore Alpe im Walliser Champex und ans Zentrum Urbaner Gartenbau in Wädenswil für die Entwicklung einer Blumensamenmischung speziell für städtische Räume. Der vom Ehepaar Dr. Georg und Marianne von Schulthess-Schweizer aus Rheinfelden gestiftete und mit 30'000 Franken dotierte Preis geht also ebenso an historische Trouvaillen wie an Abseitig-Verborgenes unserer Zeit. Die Auswahl erarbeitet eine Fachkommission, ihr offizielles Kriterium ist «eine herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Gartenkultur».

Gestern nun wurde der Preisträger 2010 bekanntgegeben: das Büro Vogt Landschaftsarchitekten. Die Kommission wählte also diesmal einen zeitgenössischen Landschaftsarchitekten, und zwei seiner Arbeiten, die exemplarisch für das vielfältige Schaffen des Zürcher Büros stehen würden: die sogenannten «Blumenberge» an der Helvetia-Versicherung von Herzog & de Meuron in St. Gallen und der kleine Platz beim von Romero Schäfle umgebauten SIA-Hochhaus in Zürich.
Rätselnd blickt man auf die Entscheidung. Günther Vogts unbestrittene Leistung in Ehren, doch braucht eine Figur wie er, die sowieso im Rampenlicht des aktuellen Geschehens steht, Publicity von Seiten des Heimatschutzes? Etwas Klärung bringt der folgende Satz aus der Pressemitteilung: «Ziel ist, in den nächsten Jahren mit unterschiedlichen Preisträgern verschiedenste Aspekte des aktuellen gartenkulturellen Schaffens zu beleuchten.» Nun denn, wir trauern um die nun fehlenden Trouvaillen und sind gespannt.
Die Preisverleihung findet am 28. Mai 2010 am Nachmittag in St. Gallen statt. Mehr Infos beim Heimatschutz.
2010-03-03 Mit einer Salve des Panzerkreuzers «Schleswig Holstein» begann das Deutsche Reich am frühen Morgen des 1. September 1939 den Angriff auf Polen, der in den Zweiten Weltkrieg mündete. Beschossen wurde die polnische Militärbasis Westerplatte, die vor der «Freien Stadt» Danzig lag. Ein Museum des Zweiten Weltkriegs ist in Danzig - polnisch Gdansk - sicher am richtigen Ort.
Für einen Neubau des Museums ist jetzt ein offener, internationaler, einstufiger Wettbewerb ausgeschrieben. Die international bekanntesten Jurymitglieder sind Daniel Libeskind und Hans Stimmann. Neben ihnen sitzen in der Jury: Wieslaw Bielawski (Vorsitz), Grzegorz Buczek, Wieslaw Czabanski, Wojciech Duda, George Ferguson, Tomasz Konior, Jack Lohman, Andrzej Pagowski, Krystyna Zachwatowicz-Wajda. Einschreibeschluss ist der 26. März, Abgabe am 13. August. www.muzeum1939.pl 2010-03-01
Von Benedikt Loderer @ 14:30 Mit der Märzausgabe haben die Abonnentinnen von Hochparterre auch das Sonderheft über Architektur und Städtebau in Biel erhalten. Dazu gibt es eine Liste mit einer Sammlung von Bieler Architekturwettbewerben. Sie beansprucht keine Vollständigkeit - wenn eine geneigte Leserin oder ein aufmerksamer Leser darin Fehler oder Lücken entdeckt oder gar einen Wettbewerb hinzufügen will, dann freuen wir uns über einen Kommentar.
--> Die Liste der Bieler Architekturwettbewerbe als PDF-Datei kann hier herunter geladen werden.
--> Das Sonderheft «Eine Stadt bricht auf. Wie Biel sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zieht» kann hier für CHF 15.- bestellt werden.
2010-02-11
«Zu gross für ein Gebäude, zu klein für eine Stadt», so bezeichnete Stephan Widrig heute vor den Medien das neueste Projekt des Zürcher Flughafens. Der Chief Development Officer von Unique brauchte grosse Worte. Denn früher hätten sich Städte um Häfen entwickelt, später um Bahnhöfe, heute eben um Flughäfen. Und so wird man in Zürich auch in Zukunft nicht nur landen und starten, sondern weiterhin sich rund um die Uhr aufhalten können – heute ist der Zürcher Flughafen das zweitgrösste Shopping-Center der Schweiz, so Flughafenchef Thomas E. Kern.
Mit dem Grounding der Swissair beerdigte man vor rund zehn Jahren ein Projekt am Fusse des Butzenbüel, des bis heute unbebauten Hügels vis-à-vis des neuen Busbahnhofs. Nun will der Flughafen einen «Circle» bauen. Ein kommerzielles Zentrum, «eine neuartige Kombination von wachstumstarken und hochwertigen Dienstleistungen am besterschlossenen Punkt der Schweiz für internationale Gäste und lokale Besucher». Vorbilder gibt es keine, Widrig benutzte das Bild der Lobby des Flughafenhotels. Schon heute würden sich dort Geschäftsleute, internationale Kunden, Flughafenpersonal und Klotener treffen. Die neue «Hotellobby» wird aber 200 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche haben. Im besten Fall ist 2016 Eröffnung der ersten Etappe.
Gewonnen hat den internationalen und selektiven Projektwettbewerb der Japaner Riken Yamamoto, nach einem nicht mehr anonymen Workshopverfahren mit fünf Teams. Mit im Architekturteam ist der Zuger Beda Fässler und CH-Architekten aus Volketswil. Auf der einen Seite eine geschlossene Fassade und dichte Nutzung, auf der Rückseite zum Park löst sich das Volumen kleinteilig auf, so das Projekt grob zusammengefasst. Der japanische Architekt soll das Zürcher Niederdorf während einer Präsentation als Vorbild genannt haben. Zum Jurybericht
Das Land gehört dem Flughafen und ist eingezont. In einem ersten Überarbeitungsschritt wird es auf Rendite getrimmt. Und erst, wenn eine bestimmte Anzahl Mieter zugesagt haben, wird der Flughafen eine Finanzierung suchen. Heute redete Kern von einer gemischten Finanzierung aus Eigen- und Fremdmitteln.
- 1. Rang: Riken Yamamoto, Yokohama mit Beda Fässler, Zug, und CH-Architekten, Volketswil
- 2. Rang: Zaha Hadid, London, mit Burckhardt + Partner, Zürich
- 3. Rang: Xaveer De Geyter, Belgien, mit Dan Budik, Zürich
- 4. Rang: Asymptote Architecture (USA) mit Itten & Brechbühl, Zürich
- 5. Rang: Dürig, Zürich
Ausstellung bis 26. Februar 2010 (täglich von 12 bis 16 Uhr) im Flughafen Zürich. (Hinweistafeln beachten)

2010-01-25 Der Kanton St.Gallen hat für das geplante Klanghaus Toggenburg sechs renommierte Architekten zur Thesenkonkurrenz eingeladen. Sie sollen in den nächsten Monaten ihre Vorschläge einreichen, danach wird ein Team das Projekt ausarbeiten dürfen. Und dies sind die sechs ausgewählten Büros:
- Steven Holl, New York
- Caruso St.John, London
- Snohetta, Oslo
- Sanaa, Tokyo
- Miller Maranta, Basel und
- Meili Peter, Zürich.
Alle diese Büros hätten mit früheren Arbeiten bewiesen, dass ihre Entwürfe zu identitätsstiftenden Bauten werden. Einen solchen Anziehungspunkt will der Kanton St.Gallen mit dem Klanghaus im Toggenburg schaffen. – Im ersten Anlauf wollte der Regierungsrat den Auftrag direkt an Peter Zumthor vergeben. Dieser Direktauftrag verstiess aber gegen die Submissionsvorschriften, so dass nun im zweiten Durchgang die Thesenkonkurrenz ausgeschrieben wurde. Peter Zumthor teilte schon früher mit, dass er sich daran aber nicht beteiligen werden.
2010-01-05 
Der Architekt Christof Bhend gewinnt den Prototyp des Berner Stadtbauten-Kosten-Jo-Jos. Hochparterre hatte anlässlich einer Verteilaktion vor dem Berner Stadtparlament im November einen kleinen Wettbewerb ausgeschrieben. Bhend ist Partner bei bhend.klammer. Sein Büro lebt von Architekturwettbewerben. «Als Architekt wird es interessant zu hören sein, wie es mit dem Feuerwehrstützpunkt weitergeht», sagt er bei der Übergabe des Jo-Jos. Man müsse zwar zuerst die damalige Wettbewerbsausschreibung anschauen, aber grundsätzlich sei es tödlich, wenn ein Wettbewerbsgewinner beliebig ersetzt werden könne. Die zwei Trostpreise, je ein Kosten-Jo-Jo des Typs Stadtberner Parlament, gewinnen: Marianne Steiner aus Pontresina und Daniel Sutter in Ittigen (Bern). Gratulation.
2009-12-09
Bekannt geworden ist die Zürcher phalt gmbh mit der Metallwerkstatt Dynamo in Zürich, die 2009 sogar einen Bauweltpreis gewann. Das junge Team gewinnt aber auch Wettbewerbe, wie den Umbau des Stadttheaters in Solothurn. hochparterre.wettbewerbe hat Frank Schneider, Mike Mattiello und Cornelia Mattiello-Schwaller zum Lorbeerkränzchen geladen. Sie reden mit Redaktor Ivo Bösch über Büro, Projekte und Wettbewerbserfolg.
Datum: Donnerstag, 10. Dezember 2009, 19 Uhr (mit anschliessendem Apéro)
Ort: Hochparterre Bücher, Buchhandlung für Architektur Kunst und Design, Gasometerstrasse 28, 8005 Zürich
Foto: Markus Frietsch
2009-11-17 Neuere Zürcher Wohngenossenschaften passen sich an. Der demografische Wandel braucht neue Formen des Zusammenlebens und damit neue Wohnangebote. So planen Sie Wohngemeinschafts-Cluster aus 1- bis 3-Zimmer-Lofts mit privaten Bädern, Kleinküchen und Gemeinschaftsbereichen. Welche Ideen stehen hinter dem konkreten Projekt «Cluster-Wohngemeinschaft», das im KraftWerk2 entsteht? hochparterre.wettbewerbe 5/2008 zeigte den Studienauftrag, nun beantworten die Verantwortlichen Fragen: Wo lag die Motivation, was sind die Hintergründe, was sind Vorbilder? Und: Was ist ein Cluster überhaupt?
Datum: Freitag, 20. November 2009, 20 Uhr
Ort: Rosengarten, Kalkbreitestrasse 2, 8003 Zürich
Es diskutieren Yvette Brunner (KraftWerk2), Myrtha Frei (Kanzleistrasse), Ursula Keller (Pfirsichstrasse), Pasquale Talerico (Genossenschaft Kalkbreite) und das Publikum. Moderation: Claudia Thiesen (Kraftwerk2) und Katharina Gander (Kraftwerk1).

Das Siegerprojekt von Adrian Streich Architekten für das KraftWerk2 in Zürich 2009-11-09 
In Zürich-Leutschenbach entsteht ein neues Quartier (Foto: Nikolas Lill, pool Architekten)
Nichts weniger als ein Musterquartier will die Baugenossenschaft «Mehr als Wohnen» in Zürich-Leutschenbach bauen. Ein soeben erschienes Sonderheft, das der abonierten Auflage Hochparterre 11/2009 beiliegt, zeigt das Ergebnis des grossangelegten Architekturwettbewerbs. Die Verantwortlichen reden über die Erfahrungen, und das junge Siegerteam lässt sich in die Karten schauen. Erstmals sind die vier überarbeiteten Projekte von Futurafrosch / Duplex Architekten, Müller Sigrist, Miroslav Šik und Pool Architekten zu sehen. Weiter sind alle Projekte – rangierte und nicht prämierte – kurz vorgestellt. Ein Vergleich mit der gescheiterten Werkbundsiedlung in München zeigt, was die Baugenossenschaften in Zürich richtig machen. Die «dicken» Häuser von Leutschenbach sind auf dem Weg zu einem mustergültigen Quartier.
Das Sonderheft «Ein Quartier entsteht. Mehr als ein Wettbewerb» können sie hier bestellen.
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