«trottoir – Baukultur auf Augenhöhe»
Als im Dezember letzten Jahres der SIA, seine Zürcher Sektion sowie die Stadt Zürich ankündigten, zu Füssen des SIA-Hauses ein «Forum Baukultur» einzurichten, da fragten wir uns und andere sich: Gibt es nicht schon genug Orte der Architekturvermittlung in Zürich und der Schweiz? Und: Sollte man die vorhandenen Mittel nicht lieber bündeln, um mit vereinter Kraft dem Volk Baukultur näher zu bringen, statt dass jeder vor sich hin vermittelt?

Nun also eröffnete gestern dieses damals angekündigte Forum und nennt sich jetzt «trottoir», ein leuchtend rot und weiss eingerichteter kleiner Raum in besserer Fussgängerlage gegenüber dem Eingang des SIA-Turmes. Thomas Müller, Leiter Kommunikation des SIA, nennt es den «Fussabdruck» seines Vereins, der 11 und 12 Stockwerke darüber residiert. Zwar könnten sich hier immer wieder junge SIA-Mitglieder mit ihren Werken präsentieren, doch sei der nach aussen stark geöffnete Raum eher ein «Schaufenster» für bereits bestehende Vermittlungsinstitutionen in Zürich und nicht ein weiterer Ausstellungsort: «Der Begriff Forum Baukultur löste damals falsche Erwartungen aus», so Müller.
Was die drei Initianten anbieten, ist also ein Gefäss: Ein Beamer wirft Veranstaltungen rund um die Zürcher Architektur an die Wand, städtische Broschüren liegen aus, ein paar frische Fachbücher und natürlich die Drucksachen des SIA. Ein Tisch lädt zum Niederlassen ein. Noch hängen die Pläne des Studentenwettbewerbs an der Wand, der zum Innenausbau des Raumes geführt hat (von gatto.weber.architekten), doch bald werden hier die gta-Ausstellungen mit «Teasern» die Passanten auf ihre Veranstaltungen im entlegenen Hönggerberg-Campus oder dem ETH-Hauptgebäude aufmerksam machen. Auch sollen hier kleinere Veranstaltungen des SIA stattfinden, die es bisher nur im Verborgenen gab: Sprechstunden, der Start von Führungen etc.
Steht man im Raum, weiss man sich in der Stadt: Autos fahren vorbei, Fussgänger blicken hinein. Doch so zentral der Ort, so schwammig ist seine Bestimmung. Inmitten der in Bewegung befindlichen Architekturvermittlungsszene der Schweiz (man blicke nur nach Basel) könnte ihm allerdings irgendwann einmal eine eigene Funktion zukommen: Die Vermittlung der Vermittlungsorte.


