S AM entschuldet sich
«Die Entschuldung ist geglückt und die erste Sanierungsphase ist abgeschlossen.» So die Pressemeldung des Schweizerischen Architekturmuseums am 23. September. Gleichzeitig vermeldet sie die Ernennung von Sandra Luzia Schafroth als Managing Director des S AM.
Ein Finanzloch von 800.000 Franken innert weniger Wochen gestopft? Entschuldet heisst nicht ohne Schulden: Ein Grossteil der Gelder, die das S AM nun seinen Gläubigern zurückgezahlt hat, sind zinslose Darlehen. Der Aufruf des SIA drei Wochen vorher (siehe unser Dossier zum S AM) wird einiges dazu beigetragen haben. Vor allem aber das Wirken der neuen administrativen Leiterin, die bereits seit April als Delegierte des Stiftungsrates an der Konsolidierung des Museums arbeitet. Sie hoffe, so Sandra Luzia Schafroth aus Beijing, wo sie der Eröffnung der S AM-Ausstellung ARCH/SCAPES beiwohnt, dass manche gesprochene Darlehen in andere Formen der Unterstützung umgewandelt würden. Auch öffentliche Subventionen scheinen nicht mehr aussichtslos: Von Gesprächen mit dem Bundesamt für Kultur und dem Kanton Basel-Stadt ist die Rede.
Die vakante künstlerische Leitung des Museums soll «in einer ersten Phase» ein Beirat übernehmen, der Stiftungsrat wird anfangs Jahr neu konstituiert. Der Beirat wird auch «baldmöglichst» die Suche nach der neuen künstlerischen Leitung übernehmen, aber auch nach einer Besetzung der Stelle bestehen bleiben. Viele Kulturtäter werden sich wohl nicht die Finger nach dieser Direktorenstelle schlecken, denn mit dem Beirat und der (übergeordneten) administrativen Leitung wird der Handlungsspielraum einer neuen Direktorin oder eines Direktors doch recht eingeschränkt sein. Die Wahl von Sandra Luzia Schafroth scheint allerdings ein kluger Zug, vereinigt sie doch – laut ihrem umfangreichen CV – internationale Erfahrung im Kulturmanagement mit einer guten Vernetzung in der lokalen Architekturszene. Gutes Gelingen!


