Hochparterres Meinung zur Kronenwiese in Unterstrass: Wenn, dann ganz
von Benedikt Loderer
Schad ist um jede überbaute Wiese, fragt sich nur wie schad? Die Hälfte der Kronenwiese wird sowieso überbaut, es bleibt nur ein Rest. Will man das heutige Grün erhalten, so muss man die ganze Wiese auszonen, nicht bloss die halbe schützen. Das aber wagen die Grünen und die Heimatschützer doch nicht. Sie haben Angst vor ihrem eigenen Mut.
Alle sind selbstverständlich für die Verdichtung, aber bitte nicht im eigenen Quartier. Selbstverständlich braucht es mehr Wohnungen, aber bei uns soll sich nichts ändern. Die Quartieregoisten verteidigen ihr Gärtli. Hochparterre aber stimmt ja, verlangt einen offenen Architekturwettbewerb und freut sich aufs Neue.
Kommentare
2008-11-06 17:18:37
Die Gegner wehren sich insbesondere gegen eine Arealüberbauung, ein Städtebauliches Instrument, das eine höhere und dichtere Bebauung ermöglicht.
Höher und dichter wird von einem Grossteil der Bevölkerung aber mit Verlust an Lebensqualität gleichgesetzt. Die neuen Arealüberbauungen in Zürich Alstetten scheinen ihnen - mindestens teilweise - Recht zu geben. Wie lässt sich die Bevölkerung vom Gegenteil überzeugen? Notabene eine Bevölkerung, die zu grossen Teilen noch immer den Traum vom eigenen “Hüsli” lebt.
2008-11-10 21:52:22
lieber benedikt loderer
wir grünen und heimatschützer haben im einwendungsverfahren genau das (erfolglos leider) gefordert - jetzt geht es darum, eine raumplanerische dummheit zu verhindern!
der jüngste bericht des bundesamts für raumplanung hält klar fest, dass auch in gebieten mit knappen baulandreserven keinesfalls ohne kompensation neues bauland eingezont werden darf.
gegen verdichtung in den quartieren wehren wir uns übrigens nicht als quartieregoisten, sondern weil wir in den quartieren endlich ernst genommen und angehört werden wollen. aus den quartieren könnten übrigens diesbezüglich durchaus konstruktive vorschläge kommen! aber die leute haben es eben nicht gern, wenn man ihnen - vogel friss oder stirb! - einfach schöne projekte in die quartiere pflanzt. (eigentlich erstaunlich, dass du das schon wieder vergessen hast - die abstimmung zum kongresszentrum ist doch noch nicht so lange her, oder?)
@ herbert imbach:
der verlust an lebensqualität lässt sich hier ziemlich exakt beziffern: für zusätzliche 30 wohnungen wird erholungsraum von 600 einwohnerInnen vernichtet (die stadt rechnet mit 5m2/EW).
statt dass die in zürich innerhalb heutiger bauzonen möglichen 30'000 wohnungen gebaut werden, verwirklicht hier die stadt selber den traum vom hüsli auf der grünen wiese...
2008-11-11 14:33:20
Wieviele Architekturwettbewerbe werden in der Stadt Zürich offen durchgeführt? 1 von 20, wenns hoch kommt? Ein schöner Wunsch, Herr Loderer.
2008-11-19 09:03:08
Es wird ja als wesentliches Argument genutzt, dass es mit dem Schindlergut und dem neugestalteten Letten genug Erhohlungsraum vorhanden ist. Nun wurde der Letten durch die Umgestaltung leider so attraktiv, das man wahrlich nicht mehr von einem reinem Quartier-Erhohlungsraum sprechen kann.
Die derzeit unatraktive Nutzung der Kronenwiese wird hingegen getadelt. Doch welche Versuche wurden unternommen, diese aufzuwerten. Räumung der Gassenküche, unterdrückung von sozialem Angagement?
Nun soll dem Schindlergut weitere räumliche Grosszügigkeit genommen werden und eine Grossüberbauung zwischen Strasse und Schindlergut gequetscht werden...
Wie war eigentlich der Verkaufspreis von Hernn Schindler und kann man den ehemaligen Vertrag einsehen?
Freundliche Grüsse


