Swiss Textiles Award 2009 – Pay for what you get

Alexander Wang mit der Vorjahres-Siegerin Kate Mulleavy vom Label Rodarte. Bild: Silvano De Matteis.
Zum 10-Jahr-Jubiläum des Swiss Textile Awards waren, bis auf den Belgier Bruno Pieters, sämtliche bisherigen Gewinner als Gäste erschienen. Noch vor wenigen Jahren waren es die Modeschüler aus Antwerpen, die triumphierten. Dieses Jahr war kein einziger Belgier in der Auswahl. Dafür gleich drei Amerikaner. Nach dem Label Rodarte holte Alexander Wang den Mode-Förderpreis des Textilverbands Schweiz bereits zum zweiten Mal in Folge in die Vereinigten Staaten.
In Zürich schickte Alexander Wang seine Models in Jogginghosen, kurzen Pullis, in Minikleidchen und Kniestrümpfen über den Laufsteg. Der junge New Yorker produziert verkäufliche Mode: «Meine Modelle kosten nie mehr als 75 Dollar», verspricht Wang. Seine Geschäftsphilosophie lautet: «You pay for what you get». Und er verkauft im eigenen Onlinestore. Der neue Werbeträger der Schweizer Textilindustrie ist in der Modeszene äusserst beliebt und gewann bereits verschiedene Preise. Ob Alexander Wang mehr ist als ein Newcomer und der mit 100 000 Euro dotiere Award einigen seiner Mitstreitern besser getan hätte, diskutierte das Publikum nach der Show im Foyer des ausverkauften Schiffbaus. Ein Vorschlag für dieses Dilemma machte der überraschte Gewinner bei der Preisübergabe gleich selbst: «Am liebsten möchte ich den Preis mit meinen Konkurrenten teilen.»
Mehr zum Abend und wer von der Schweizer Textilszene mit dabei war lesen Sie in der Rubrik «Leute» der Januarausgabe von Hochparterre.
Alexander Wang verwandelt sportliche Kleider in Abendmodelle. Bild: Silvano De Matteis.


