Design Preis Schweiz 2009: Die Gewinner
Die Jury des Design Preis Schweiz hat gewählt. Das sind die Siegerprojekte, die heute Abend in Langenthal die Preise abholten (mehr zu den Siegern und der Jurierung im HP 11/09).

Market: 35 000 Franken gehen an Paolo Fancelli für den Mehrzwecktransporter «Aebi VT 450».

Newcomer: 35 000 Franken gehen an Colin Schaelli für das Regalsystem «V30 Freitag Skid».

Rado Product Design Award: 25 000 Franken gehen an Thomas Schaad und sein Team bei No Picnic für den Portable DJ «Pacemaker».

Textile Design Award: 50 000 Franken gehen an Martin Leuthold für das Polyestergewebe «Secret Garden».

Textile Design Award: 50 000 Franken gehen an Schoeller Technologies für die Textilausrüstung «Coldblack».

Der Merit Award für eine kontinuierliche schweizerische Designleistung geht an Albert Kriemler der St. Galler Modefirma Akris.
Die Jury prämiert markterprobte Produkte und lässt den Forschungspreis aus. Nominiert waren zwei Projekte: «RepeatRepeat» von Judith Hess, die sich mit dem Phänomen der Wiederholung und Mustern befasste siehe HP 4 / 09. Und die «interaktive Wolke» von iArt, ein Werkzeug für Ausstellungen, das einen intuitiven und spielerischen Zugang zu Objekten bieten soll. «Eine Forschungsarbeit soll zu einem Ergebnis führen und einen Mehrwert bieten», erklärt die Jury ihren Entscheid. «Beide Projekte sind noch nicht soweit.» So wird das überzählige Preisgeld aufgeteilt und geht an den markterprobten Transporter und das markttaugliche Regal-Modul.
--> Anmerkungen und Anekdoten von der Preisverleihung: Lesen Sie hier.
--> «Welche der Gewinner ist Ihr Favorit?». Der Film von der Preisverleihung.
Kommentare
2009-11-10 13:05:16
Die Jury sagt zum Auslassen des Preises für Designforschung:«Eine Forschungsarbeit soll zu einem Ergebnis führen und einen Mehrwert bieten».
Vor zwei Jahren wurde die Design/Kulturwirtschaftsstudie der Forscher um Christoph Weckerle (ZHdK) von der Jury zu Recht ausgezeichnet.
In diesem Jahr wird der Preis nicht vergeben, was auf einen Mangel an Qualität schliessen lässt (oder darauf, dass zu wenig gute Projekte eingereicht wurden?). Die Begründung der Jury lässt mich aber aufhorchen.
Denn:
Es gibt in der Schweiz etliche Forschungsprojekte, die zu Ergebnissen führen und geführt haben. Einige davon sind in jüngster Zeit zu internationalen Design-Forschungskonferenzen eingeladen worden und werden international wahrgenommen.
Die Jurorinnen und Juroren wissen sicher: Forschung im Design ist auch dann gut, wenn sie zu Erkenntnissen führt, die die Disziplin voran bringen (wenn im Ergebnis neue Designmethoden etwa entwickelt werden). Forschung muss nicht zwingend zu neuen Produkten und Prozessen führen (obschon auch solche Ergebnisse in Schweizer Designforschungen zutage treten). Insofern stellt sich die Frage, ob die Jury ernsthaft Forschung auszeichnen sollte und wollte oder ob sie dem kurzatmigen Begriff einer wirtschaftsförderlichen Forschung&Entwicklung zudiente. Ich will den Jurorinnen und Juroren nicht zu nah treten, zu ihrer Arbeit sind sie sicher ihres Fachwissens wegen gebeten worden. Es schiene hilfreich, klar und deutlich zu differenzieren zwischen Design und Designforschung und zwischen Entwicklung und Forschung. Mit der kommunizierten Begründung jedenfalls kommen mir leise Zweifel an der Unabhängigkeit der Jury und damit der Autorität des Entscheides.
Sagen wir doch besser: Der Design Preis Schweiz ist eine Übung der Wirtschaftsförderung. Designforschung, die in diesem Kontext ausgezeichnet wird, sollte angewandte Forschungs und Entwicklung sein - dann wäre der Rahmen für alle transparent.


