Kreuzträger Martin Heller

[Kultur]
Claudia Schmied, die Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur in Oesterreich, wird Martin Heller am 3. September das «Oesterreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse» überreichen. In Linz, der Stadt, wo Heller als Intendant von «Linz Kulturhauptstadt Europas 2009» den Grund legte, damit er nun aufgenommen wird in die Garde der Kreuzträger. Linz lebt vielfältig noch von und mit den 220 Projekten, für die fast 70 Mio Kultureuro zur Verfügung standen und auch Martin Heller lebt zeitweilig noch in der Stadt. Und auch in Berlin, wo er im Oktober die Ausstellung «Realstadt. Wünsche an die Wirklichkeit» zusammen mit Holzer Kobler Architekturen und andern einrichtet oder in Pfäffikon am Zürisee, wo das «Voegele Kultur Zentrum» mit Hellers Ausstellung«Wir Manager!» ab November seine Wiederauferstehung erleben wird.

Niemeyer-Porträt kommt ins Kino

[Kultur]

«Das Leben ist ein Hauch, nur ein kurzer Augenblick», Oscar Niemeyer im Film von Fabiano Maciel
«Das Leben ist ein Hauch, nur ein kurzer Augenblick», Oscar Niemeyer im Film von Fabiano Maciel.
 
Oscar Niemeyer ist mit seinen 103 Jahren eine lebende Legende der Architektur. Jetzt kommt eine umfassende Film-Biografie ins Kino. Entstanden ist sie in einer zehnjährigen Arbeit zum 100. Geburtstag des Architekten, 2007. Oscar Niemeyer erzählt darin selbst die Geschichte seiner grössten Bauprojekte – das nach seinen Plänen zwischen 1956 und 1960 entstandene Brasilia selbstverständlich mit eingeschlossen. Niemeyer ist aber auch ein wichtige kulturpolitische Stimme in Brasilien. Er hat sich zeitlebens für die Verbesserung des Zusammenlebens engagiert. Einfach, klug, direkt und schelmisch erzählt er im Film von seinen Lebens- und Arbeitsweisheiten und lobt die Kurve als vollkommene architektonische Form.  Niemeyers persönliches Fazit:  «Ich bin wie einer dieser alten Pessimisten. Ich glaube, dass das Leben nur einen kurzen Augenblick währt. Der einzelne Mensch ist nicht wichtig, er wird geboren und stirbt. Er muss seinen Blick zum Himmel erheben und fühlen, wie klein er ist, er muss bescheiden sein und wissen, das nichts wirklich wichtig ist. Das Leben ist ein Hauch, nur ein kurzer Augenblick.»
 
Oscar Niemeyer – das Leben ist ein Hauch, ein Film von Fabiano Maciel. Ab 12. August 2010 im Kino Piccadilly und Commercio in Zürich, täglich um 18.30 Uhr.

Memory Sphere in der Zürcher Bäckeranlage

[Kultur]

In die Kugel schauen und sich erinnern: darauf basiert ein interaktives Medienprojekt, das in der Bäckeranlage mitten im Chreis Cheib installiert ist. Antonia Brand hat mit diesem Projekt den Wettbewerb «Kreis 4, gerne hier» für sich entschieden: « Ich wollte herausfinden, welche persönlichen Geschichten sich an einem Ort abgespielt haben.» Deshalb hat sie zahlreiche Erinnerungsgeschichten aus der Bäckeranlage gesammelt und in Kurzfilme von rund zwei Minuten Länge übersetzt. Zu sehen sind diese Filme, die von befreundeten Filmemachern inszeniert wurden, in einer Kugel. Berührt man sie mit beiden Händen von den Seiten, taucht ein zufällig ausgewählter Film in der Kugel auf, läuft und verschwindet wieder. Zum Beispiel von Fussball spielenden Jungen, von der ersten Liebe, von den blankgewetzten Pferdeskulpturen, auf denen stets Kinder reiten. Wer auch noch eine Geschichte zu erzählen weiss, wende sich an stories@memorysphere.ch

--> Memory Sphere, Bäckeranlage, bis 30. September, täglich 10-24 h
--> Rollenwechsel: weitere Filme werden aufgeladen.

Unesco Manifesto

[Kultur]
Manifest Arts & EducationVorletzte Woche lancierte die Schweizerische UNESCO-Kommission in Luzern das MANIFEST ARTS & EDUCATION. Dieses Manifest setze sich «für einen qualitativen und quantitativen Sprung in der kulturellen und künstlerischen Bildung im Schweizer Bildungssystem ein», so seine Verfasser. Denn, so schreiben sie 42 Punkt gross und fett auf der ersten Seite: Wer eine konstruktive Beziehung zu seiner Umwelt aufzubauen möchte, der braucht kulturelle und künstlerische Bildung! Der Text beschreibt Hintergrund, Voraussetzungen und Prioritäten und ruft auf zum Mittragen und Unterzeichen (hier bitte). Wir finden: Eine gute Idee. Auch wenn wir uns die Rolle der Architektur dabei etwas grösser wünschten.
 
 
 
 
 

Filmtipp: A Road Not Taken

[Kultur]

Ein Amerikanischer Präsident startet das grösste Alternativ-Energie-Programm aller Zeiten? Was man vielleicht dem jetzigen Präsidenten der USA zutrauen würde tat schon Jimmy Carter im Jahre 1979. Als Zeichen liess er auf dem Dach des Weissen Hauses eine Solaranlage montieren. Von seinem Nachfolger Reagan flugs wieder abmontiert landeten die Solarpaneele im Schuppen eines Öko-College im Nordöstlichen Zipfel des Landes.

Filmstill aus A Road Not Taken

Die beiden Zürcher Künstler Christina Hemauer und Roman Keller, die mit ihrer Kunst auch eine Art Alternativ-Energie-Programm verfolgen, machten diese Relikte einer vergangen Zeit ausfindig und sich auf den Weg durch die USA. Mit einem Pick-up übergeben sie zwei der Solarpaneele einer neuen Bestimmung als Museumsstück. Davor treffen sie einige der damaligen Protagonisten: die Monteure der Anlage, den Redenschreiber Carters und schliesslich diesen selbst. Sie treffen auch viele «heutige» Amerikaner, sprechen mit ihnen, inszenieren die Paneele und sich selbst auf ihrer Reise.
Der Roadmovie entführt uns mit viel zeitgenössischem Filmmaterial, Musik und Humor in die Zeit der Ölkrise und eines beherzten Aufbruchs. Ansehen!

Zurzeit läuft in der Sonntagsmatinee im Kinos RiffRaff in Zürich und Burbaki in Luzern. Im Vorfilm dokumentieren Hemauer/Keller die erste Schweizer Solarmobil-Rallye Tour de Sol von 1985.

--> Mehr Infos unter www.roadnottaken.info

Filmpremiere: Escher, der Engel & die Fibonacci-Zahlen

[Kultur]

Filmstill
Die Halle des Zürcher Hauptbahnhofs aus der Perspektive von Niki de Saint-Phalles «ange protecteur», der im Film die Geschichte von Zürich HB erzählt.

Die filmische Reflexion von Samir bewegt sich im Spannungsfeld von Kunst, Architektur und Soziologie eines modernen Bahnhofs. Anhand von fotografischem und filmischem Archivmaterial, Architekturmodellen, Zeichnungen und Interviews wird die historische Entwicklung dargestellt. Neben Arbeitern, Angestellten und Sicherheitsleuten, kommen Escher-Spezialist Prof. Dr. Joseph Jung, der ehemalige SBB-Chefarchitekt Uli Huber, die Architekten Robert & Trix Haussmann, Ralph Bänziger, Marcel Meili und andere mehr zu Wort.

Premiere
> Sonntag 30. Mai 2010
> Filmpodium Studio 4, Nüschelerstrasse 11, Zürich
> Türöffnung 10.30 Uhr, Filmvorführung 11 Uhr
> Billette im normalen Vorverkauf

Im Anschluss an den Film: Gespräch mit Patrick Gmür, Direktor Amt für Städtebau Zürich, Ulrich Weidmann, Professor für Verkehrssysteme ETH Zürich, und dem Filmemacher Samir; Apéro

DVD kaufen
Die DVD des Films kann hier online für CHF 34.90 gekauft werden.

Vom Amts- zum Kulturhaus

[Kultur]


Foto: Regula Michell

In den nächsten Jahren ziehen die Büros aus dem städtischen Amtshaus am Zürcher Helvetiaplatz aus, was danach folgt, ist offen. Seit 2006 versucht eine Gruppe von Kulturschaffenden, das Gebäude am Helvetiaplatz in das künftige Kunsthaus Aussersihl umzuwandeln, in ein Haus, das Ateliers, Begegnungs- und Ausstellungsräume für Kunstschaffende aus verschiedenen Sparten anbieten soll. Sie tun das mit vielfältigen Aktionen. Nun zeigt eine Ausstellung im städtischen Museum Bärengasse, was bisher geschah, und schaltet dazu ein dichtes Veranstaltungsprogramm rund um dieses Anliegen. So wird am 28. Mai die Frage diskutiert, warum die Stadt das Kunsthaus Aussersihl braucht, es folgen diverse Autorenlesungen und Präsentationen von verwandten Kulturinstitutionen und Künstlerateliers, bis hin zu einem Workshop mit Pool Architekten, wie das Amtshaus zum Kulturhaus umgebaut werden kann (17. Juni).

--> Museum Bärengasse, Bärengasse 20-22, 8001 Zürich
--> Vernissage: Freitag, 28. Mai

Comics in Luzernerns Innenstadt

[Kultur]

Fumetto 2010
Signierstunde mit den Zeichnern im Festivalzentrum Kornschütte in Luzern.

Seit vergangenem Wochenende läuft in Luzern das 19. Comix-Festival Fumetto. Innerhalb der Eröffnung fand auch die Verleihung des Wettbewerbs statt. Dieser wurde zum Thema «Du+Ich=Wir» ausgeschrieben. 916 Teilnehmerinnen aus 33 Ländern reichten Ihre Arbeiten ein. Gewinner der ersten Kategorie ist Adrian Wylezol aus Dänemark. Der 17-jährige Michael Kiener aus dem Kanton Bern gewann in der zweiten Kategorie, während Milo Danday aus den Philippinen in der dritten Kategorie (bis 12 Jahre) die Jury überzeugte. Aussergewöhnlich: Milo Danday ist ein Slumkind aus Manila, das im Rahmen eines Comic-Workshops der deutschen Künstlerin Christina Röckl am Wettbewerb teilgenommen hat.  Mit 18 Hauptausstellungen, 59 Satellitenpräsentationen und einem umfangreichen Rahmenprogramm findet das Festival noch bis Sonntag, 9. Mai 2010 in der Luzerner Innenstadt statt.

Kontrast feiert 20 Jahre

[Kultur]



Das Gemeinschaftsatelier Kontrast an der Josefstrasse 92 feiert seinen 20. Geburtstag. 1987 denken der Fotograf Giorgio von Arb und die Journalistin Heidi Arb darüber nach, wie selbstbestimmtes Arbeiten zwischen Text und Bild eine Heimat finden könnten. Zwei Jahre später steht sie, die Ateliergemeinschaft. «Es ist eine gute Zeit dafür. Die Magazine sind dick, die Portefeuilles der Werbeagenturen gefüllt und auf den Redaktionen besteht ein Mangel an aussergewöhnlichen Themen», erzählt die Chronik. Platz ist auch schnell gefunden - in den leeren Hallen im Industriequartier, genauer gesagt im Schöllerareal. Wer genau nachlesen will, wie wo was weiterging, lese die Chronik dieser erfolgreichen Ateliergemeinschaft. Die auch ein Verlag ist, und bemerkenswerte Bücher herausgibt wie «Die Stimme der Natur. 100 Jahre Pro Natura» oder «Staat Sex Amen, 81 Sprachbeobachtungen» von Beat Gloor. Wir gratulieren herzlich und mit der gleichen entschuldbaren Verspätung, mit der die Chronik aufbereitet wurde.

Inszenieren!

[Kultur]

Vier mal im Jahr lädt Creative Zurich zu einem Themenabend ins Cabaret Voltaire. Gesa Schneider von Heller Enterprises wird diesen Mittwoch das Gespräch zum Thema Inszenieren moderieren. Ihre Gäste sind Janina Poesch, Schoscho Rufener und Tristan Kobler.

 

Creative Zurich ist ein offener und unabhängiger Verbund von Akteuren und Interessierten, die sich auf freiwilliger Basis für die Entwicklung der Kreativwirtschaft im Raum Zürich engagieren.  Koordiniert wird die Plattform von der Wirtschaftsförderung der Stadt Zürich, der Standortförderung des Kantons Zürich und der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Auf Projektebene entstehen situative Kooperationen mit weiteren Partnern aus Bildung, Forschung und Wirtschaft.

Posts  1 - 10 /44