«e'mo»: ein superleichtes Schweizer Elektromobil will die Stadt verändern
«Ein völlig neues Konzept für die individuelle Mobilität» - woran denken Sie? Uns kommt dazu der Smart in den Sinn, das Projekt von Nicolas Hayek, das 1994 antrat, um mit Elektroantrieb und einer revolutionären (Design-)Idee den Stadtverkehr ökologischer und ökonomischer zu gestalten. Wir wissen was daraus geworden ist: der Smart kämpfte von Beginn weg mit der Rentabilität und ist inzwischen zu einem mehr oder minder normalen Klein-Benziner geworden. Eine Lösung für den urbanen Individualverkehr suchen wir aber noch immer. Denn seien wir ehrlich: Natürlich ist das Auto böse, doch der Glaube an eine Welt ohne Individualverkehr nur naiv.

So gefällt er uns am besten: der «e'mo» von hinten mit Stoffdach
Nun schickt sich die Schweiz ein zweites Mal an, das städtische Verkehrsproblem zu lösen. «e'mo» heisst der Kleinwagen, der die Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) in Zusammenarbeit mit dem Designbüro Stauffacher Benz entwickelt hat. Sehen wir ihn von aussen, denken wir wiederum an den Smart. Und sind nicht ganz überzeugt. Der «Jö-Effekt» ist im Autodesign eigentlich passé, auch der Smart hat mit dem Redesign vor zwei Jahren vor allem versucht, erwachsener zu werden.

Jö, autsch oder kul?: «e'mo» von vorn und von der Seite
Wirklich neu und vielleicht tatsächlich revolutionär ist aber das Gewicht von «e'mo». «Die meisten von der Autoindustrie geplanten oder angekündigten Elektrofahrzeuge sind sehr schwer, da sie in wesentlichen Teilen auf bestehenden Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor basieren und/oder nicht Energieeffizienz, sondern Leistung in den Vordergrund stellen. Das Energiesparpotential eines Elektrofahrzeugs wird damit bei weitem nicht ausgeschöpft» beschreiben Stauffacher Benz Ausgangslage und Kernpunkt des Projekts. Das zweite starke Argument: mit dem «e'mo» soll ein Elektromobil zum ersten Mal erschwinglich werden. Durch die Reduktion aufs Minimum («Reduce to the max» - Sie erinnern sich?) will man die Entwicklungskosten klein halten. Die Initianten hoffen, das Fahrzeug für 15'000 Schweizer Franken auf den Markt zu bringen.


Erste Testfahrten in Richtung Serienproduktion
«Am Auto Salon Genf 2009 wurde ‹e’mo› zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert, das Interesse war sehr gross. Zurzeit laufen Verhandlungen mit möglichen Investoren, Zieltermin für die Markteinführung ist Frühjahr 2010» erklären Stauffacher Benz wie es weitergehen soll. Wir drücken die Daumen.
«e'mo»: Dreiplätziges Leichtbaufahrzeug mit Elektroantrieb und Li-Ionen Akkus
> Gewicht fahrfertig: 350 kg
> Nutzlast: 250 kg
> Reichweite: 100 km
> Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
> Verbrauch: ca. 8 kWh/100km, entspricht dem Energieäquivalent von weniger als 1 Liter
> Benzin pro 100km
> Angestrebter Verkaufspreis: CHF 15'000 / Euro 10’000
> alle weiteren Informationen unter www.e-mo-car.ch
Kommentare
2009-04-08 12:37:03
Der Vergleich mit dem Smart drängt sich natürlich auf. Ein wesentlicher Unterschied zum Smart liegt aber im Vermarktungskonzept: Während die Smart Idee mit der ganz grossen Kelle angerichtet wurde (vollwertiges Auto, konventionelle Konstruktion, darum enorme Investitionen in Entwicklung, Werkzeuge, Produktion, darum hohe Stückzahlen nötig um auf einen vernünftigen Preis zu kommen, darum europa- oder gar weltweite Vermarktung mit riesigem PR-Aufwand, insgesamt enorme Investitionskosten) versuchen wir mit e'mo eher den umgekehrten Weg zu gehen, quasi von unten nach oben: Sehr einfache Konstruktion, die praktisch keine Werkzeugkosten verursacht und damit vor allem auf kleine bis mittlere Produktionsserien zugeschnitten ist, darum bereits kostengünstig herstellbar bei ein- bis wenigen hundert Stück (Grössenordnung), darum kommerzialisierbar mit überschaubarem Vermarktungsaufwand, insgesamt realisierbar mit kleinem Investitionsvolumen als relativ kleine Geschichte, die – im Erfolgsfall – wachsen kann. Da liegt die Chance von e'mo.
2009-12-27 16:56:33
Kennen Sie den ultraleichten Mega elektro mit nur 760 kg. Leergewicht inkl Batterien und Ladegerät??
www.mega-vehicles.com und für die Schweiz
www.steck-automobile.ch
Ich wünsche Ihnen äs guets nöis.
Mit freundlichen Grüssen
Hansjörg Steck


