Die Bürden der Ämter
Schmunzeln lässt uns - ein Nachtrag zur Presseschau - eine Notiz des «Tages-Anzeigers» aus dem Zürcher Kantonsrat. Erstmals wertete das Parlamentsbüro die Präsenzlisten aus. So kam ans Licht, wer meisten schwänzt: SP-Rätin Katrin Jaggi, Architektin und Mitglied der Geschäftsleitung des Stadtzürcher Amts für Städtebau. Nur an 44 von 55 Sitzungen war sie dabei. Wegen ihres Berufs: Als Zuständige für die Planungen des neuen Kongresszentrums und des neuen Stadions sei ihre Agenda randvoll. Auch die Sitzung am Montagnachmittag liess Jaggi sausen, weil sie an einer Sitzung ihren Chef Patrick Gmür vertreten musste.
Jaggi weiss, dass es so nicht weitergehen kann, schreibt der «TA» und zitiert sie: «Ich muss mich zwischen Beruf und Kantonsrat entscheiden. Fragt sich nur wann.» Zwischen Stadt und Kanton, könnte man auch sagen. Dass eine Architektin der Arbeit wegen ihre Ratspflichten vernachlässigt, hätte in der Branche kaum erstaunt. Dass ihr dasselbe als städtische Angestellte passiert, zeugt entweder von ihrem Engagement - oder von übertriebener Sitzungswut auf den städtischen Bauämtern.




