HS Luzern: Förderpreis Design Master

[Design]

Das Rennen um den ersten Förderpreis für einen Design Master an der HS Luzern machte Tanja Meisser. Sie gewann 5000.- mit ihrer Arbeit «Umbau nach Anleitung», die sie im Major Product Design & Management eingereicht hatte. Darin erarbeitete sie eine fundierte Anleitung, wie man vorgehen soll, will man bestehende gebaute Substanz weiterhin nutzen (s. Jurybericht).

Dreissig Master-Studierende standen vor eineinhalb Jahren am Start, sechzehn haben eine Arbeit abgegeben und stellen sie nun an der Luzerner Rössligasse einer interessierten Öffentlichkeit vor.

Drei davon waren als förderungswürdig nominiert worden. Jedes dieser drei Projekte legt den Schwerpunkt in anderen Bereichen. Analyse und Handlungsanleitung stehen bei Tanja Meisser im Zentrum. Nora Cista will wissen, wie Bilder Bedeutung vermitteln  und untersuchte das anhand hartnäckiger Hausfrauen-Klischees in der Waschmittelwerbung. Und der charmante «Mungge», ein Pilotfilm für eine TV-Puppentrickserie von Claudia Röthlin, Irmgard Walther und Adrian Flückiger zeigte, was es heisst, verantwortungsvoll mit Bildern umzugehen, die Kinder erreichen sollen. 

Unter dem Titel «Design, das bewegt» war eine Arbeit gesucht, welche gesellschaftlich besonders relevant sei. Gesetzt war damit ein hoher Anspruch – der nach Dringlichkeit designerischem Tuns, nach Nutzen und kulturellem Wert der Resultate, die bei diesem Tun entstehen. Die vorgeschlagenen Arbeiten erreichten den Anspruch, doch das liess sich erst in der Diskussion mit den Macherinnen und Machern überprüfen. Die Präsentation in der Rössligasse selbst bewegt sich nicht auf der Höhe der erarbeiteten Inhalte. 

5. Schweizer Ski- und Snowboardmeisterschaft für Architekten und Designerinnen

[Hochparterre ]

Bereits zum fünften Mal - die Jubiläumsausgabe sozusagen: Hochparterre und Zingg-Lamprecht veranstalten die Schweizer Ski- und Snowboardmeisterschaft für Architektinnen und Designer. In den Einzelkategorien «Ski» und «Snowboard» sowie in der Gruppenwertung (4 Personen pro Team, Ski und Snowboard gemischt) werden die Schnellsten gekürt.

Wieder mit dabei und für die musikalischen Untermalung besorgt ist unser Jefe Köbi Gantenbein mit der «Banda delle Mille Lire». Und eben weil wir Jubiläum feiern, gibt es im Anschluss an die Siegerehrung einen After-Ski-Drink in der Bolgen-Bar.

--> Samstag, 13. März 2010 Jakobshorn Davos, Piste Usser Isch
--> Alle weiteren Infos und Anmeldung gibt es hier.

 

Hommage an Charlie Chaplin in Vevey

[Presseschau]

Vevey
Vevey will an den beiden Hochhäusern an Charlie Chaplin erinnern. Rendering: Ville de Vevey

In ihrer heutigen Ausgabe stellt «24 heures» das Projekt zweier riesiger Fresken in Vevey vor: Die Tours de Gilamont, zwei Wohnhäuser, die zurzeit saniert werden, sollen als Hommage an Charlie Chaplin, der in Vevey lebte und begraben ist, bemalt werden. In der Zeitung waren erstmals die Entwürfe zu sehen - ein Turm weiss, der andere anthrazitfarben, mit Sujets aus Chaplins bekanntesten Filmen. Online meldet «24 heures» heute, dass der Gemeinderat von Vevey gestern Abend 250'000 Franken für das 500'000-Franken-Projekt bewilligt hat. 100'000 Franken steuert der Kanton bei, der Rest soll von privaten Donatoren kommen. Der in Vevey lebende Künstler Franck Bourroulec soll die Fresken ausführen.

Weitere Meldungen:

Am 13. Juni entscheidet das Berner Stimmvolk über die Abgabe von Land im Baurecht an die Postfinance. Auf dem Grundstück neben dem Eisstadion im Wankdorfquartier plant die Postfinance ihren 13-geschossigen Hauptsitz. Wenn die Bauarbeiten planmässig im Sommer beginnen, ist das Gebäude 2013 fertig. Das meldet der «Bund».

Die Plakatsammlung der Schule für Gestaltung in Basel besitzt fast 150 Plakate mit Basler Motiven. Eine Auswahl davon - von 1892 bis heute - sind bis Ende Februar ausgestellt. Die «Basler Zeitung» zeigt drei Beispiele dieser Plakatkunst. Ausstellung: Basel im Plakat in der Spalenvorstadt 2, bis 28.2., Di bis Fr 12-19 Uhr, Sa 12-17 Uhr.

Ebenfalls in der «BaZ»: Das Lufthygieneamt beider Basel untersucht den Lichtsmog in der Region. Bis Ende Jahr sollen Empfehlungen an die beiden Kantonsregierungen vorliegen.

Eine interessante Meldung von ausserhalb: Die polnische «Zycie Warszawy» macht auf eine interessante Einrichtung bei Google Earth aufmerksam: die Zeitschiene. Diese erscheint beim Klick auf die kleine Uhr oben in der Menuleiste. In der Regel kann man dort die Aufnahmedaten der letzten Jahre anwählen. Doch an einzelnen Orten sind auch ältere Aufnahmen abgespeichert. So lässt sich seit Neustem auch Warschau vor dem Krieg 1935 und die zerstörte Stadt 1945 einblenden. Ähnlich eindrückliche Bilder sind auch von Berlin erhältlich.

Zum Schluss noch dies: «Sie hatten sich so gefreut auf die Reise und den Besuch der Schoggifabrik. Stattdessen ging es in die Käsefabrik». Das bewegt heute die «Blick»-Welt.

Speaker's Corner III: Damenparade

[Architektur]

AFZ 1
Voller Saal, beschränkte Sicht beim Speaker's Corner gestern abend im AFZ.

Sybille Bucher machte den Auftakt zum Speaker's Corner III gestern Donnerstag abend im Architekturforum Zürich AFZ. Das Prinzip dieser Abende: Pro Auftritt nur sechs Minuten, dafür viele Aufritte, dieses Mal acht. Bucher klärte listig darüber auf, dass wir es hier, als Normalsterbliche und Normalgenussorientierte, nie schaffen werden, mit 2000 Watt tatsächlich auszukommen. Die Sechs-Minuten-Vorgabe missachtete sie allerdings sträflich und redete munter doppelt so lang. Dann lud Aita Flury das Publikum im vollgestopften AFZ zu einer Bilderreise nach Italien ein, wobei es ihr nebst der flachen Landschaft vor allem die halb zerfallenen Gebäude angetan zu haben schienen. Alice Hucker zeigte feinsinnig eine Serie von Kleinsträumen und Nischen unter dem Titel Raumstau-Stauraum. Dann sprach Quotenmann Peter Sigrist, seine Rolle auf die Spitze treibend, über «Die» Architektin; dahinter verbarg sich ein liebevoll-ironisches Porträt Kazuyo Sejimas.
Den Vogel schoss Kaschka Knapkiewicz ab. Sie ging nach vorn scheinbar nur um zu erklären, dass sie nichts erklären werde. Die gegenwärtige Ausstellung im AFZ über Knapkiewicz&Fickert sei Inhalt genug und sie sei da, falls jemand Fragen habe. Zögerlich kam eine erste, dann eine zweite und dritte, derweil Knapkiewicz ins zitierreife Politisieren geriet: Bauherren sind offensichtlich meist ihre Feinde, aber schon Palladio, Schinkel und von Klenze hätten ja Stunk mit den Bauherren gehabt. Man müsse ihnen die Stirn bieten. Junge Architekten aber knickten ein vor den Investoren, das finde sie «etwas unsportlich». Das junge Publikum ertrug's schweigend.
Anne Kaestle verglich in «Serielle Unikate» Kopien und Originale und stellte anhand des seriellen, aber bis in die Winkel personifizierbaren Iphones die sinnige Frage, wie weit Architektur nicht genau das sei: Seriell personifiziert. Dann erzählte Pascale Guignard frisch und unerschrocken drei amüsante Anekdoten aus ihrem Büroleben. Zum Abschluss erwies sich Isa Stürm als einzige professionelle Pecha-Kucha-Performerin des Abends: Ihr Bilderreigen im Zweisekundentakt dauerte exakt sechs Minuten, während denen sie ihr atemlos um die ganze Welt führte.
Fazit: Ein Abend voller gedanklich-bildlicher Ausflüge. Zwar fehlt es da und dort noch etwas an Auftrittsschliff und unerklärlich bleibt, wie man die glasklare Sechsminutenvorgabe derart missachten kann. Der Trick des Abends funktioniert trotzdem: Das Publikum bleibt geduldig, weil es immer von Neuem wissen will, was die nächste Rednerin wohl bringt.

Visp, Raiffeisen: Beton im besten Licht

[Fin de Chantier]

Raiffeisenbank Visp (©Thomas Andenmatten)
Der Neubau der Raiffeisenbank Visp ergänzt die Stadtstruktur. Der Rücksprung an der Kantonsstrasse entschärft den Übergang zur Balkonfassade (links). Foto: Thomas Andenmatten

Visp setzten Vomsattel Wagner Architekten anstelle einer baufälligen Villa einen dunklen Stadtbaustein. An der Bahnhofstrasse übernimmt er — trotz Lücke nebenan — die Flucht der übrigen Bebauung, an der Kantonsstrasse springt er zurück. Erdgeschoss und drei Obergeschosse dienen der Bank und sind mit einer internen Treppe verbunden. Die Büros im 4. und 5. Obergeschoss sind vermietet. Im Attika gibt es eine Wohnung. Das Gebäude ist ein Betonbau mit tragenden Aussenwänden und Kern, wobei die Lasten so geführt sind, dass der Saal im 1. Stock und die Kundenhalle stützenfrei bleiben. Wegen der geringen Höhe der Obergeschosse (die Decken sind thermoaktive Bauteilsysteme TABS) legten die Architekten grossen Wert auf die Beleuchtung. Hier spielen die linienförmigen Wandstrahler mit einer Einbautiefe von nur 3 Zentimetern eine zentrale Rolle. LED-Leuchten setzen die Fassade in ein effektvolles Licht. WH

Wohn- und Geschäftshaus, 2009
Bahnhofstrasse 10, Visp VS
> Bauherrschaft: Raiffeisenbank Region Visp
> Architektur: Vomsattel Wagner Architekten, Visp
> Licht: Felice Dittli, Luzern; Vogt & Partner, Winterthur
> Kunst-und-Bau: Joëlle Allet, Leukerbad
> Auftragsart: Studienauftrag 2006
> Anlagekosten (BKP 1–9): CHF 9,3 Mio.