|  2010-01-15 
Spätestens nach einem Tag Swissbau weiss man: Nachhaltigkeit ist nicht nur gut, sondern auch gut fürs Geschäft. Viel Schabernack muss das arme Wort erdulden. Zum Beispiel in der Welt der Bäder: Hier möchte der Mensch einfach Mensch sein und geniessen. Also schmücken sich viele Hersteller mit dem gewissenberuhigenden Wort, kümmern sich ansonsten um den Wasserverbrauch aber wenig. Doch es gibt Alternativen, nicht zuletzt fürs stille Örtchen: Die Firmen Urimat und Hellbrok präsentieren ihre neusten Errungenschaften fürs wasserlose Geschäft. Urimat exportiert seine wasserlosen Pissoirs in 40 Länder - es gibt Weltgegenden, wo das Wasser heiliger ist als bei uns. Alle Urimate werden aber samt und sonders in Feldbach ZH und Oberentfelden AG hergestellt. Mann hat die Wahl: Klare Linien und Farben bei Hellbrok oder Pissoir mit integriertem Werbefilmfenster bei Urimat. Gut fürs Geschäft.
Vorhin war die Rede von scheinbar Motor bewegten Küchentürchen. Das gibt es tatsächlich: Ein zweiter Besuch beim Blum-Stand führte zu diesem Oberschrank, dessen Gelenktüre von einem Motor flink, aber elegant hochgefahren wird. Sie denken: Schabernack, Randerscheinung? Gefehlt: Motorbetriebene Chuchichäschtli gebe es seit etwa zwei Jahren und sie seien sehr im Kommen, berichtete der Verkäufer.
Von Köbi Gantenbein @ 16:39  Mit seiner traditionsreichen Ansprache hat Peter Krähenbühl, der Präsident, die Fachmesse Ornaris in Zürich eröffnet. Hier stellen 450 Hersteller, Händler, Designerinnen in zwölf Sektoren ihre Waren aus. Vom Kunsthandwerk bis zum anspruchsvoll gestalteten Wohnaccessoire, von kleinen Helfern für die Küche bis zu Trends im Schmuckdesign. Krähenbühl nutzt die Eröffnung der Messe immer für eine humorvolle, weitläufige Tour d’horizon. Die Zeit- und Wirtschaftsstimmung schätzt er hoffnungsfroh ein; zu denken geben dem Fürsprecher aus Bern die Blüten, die die Obsession für Haftpflicht im Alltag treibe. So habe er neulich in einem Restaurant in Zürich unterschreiben müssen, dass er keinen Regress auf den Wirt nehme, wenn ihm das Dreiminuten-Ei gesundheitlich schade. Bei allem Humor, sei das doch ein Zeichen dafür, dass die Gesellschaft sich aus den Augen verliere. Und also erhob er das Glas, damit seine Aussteller und Händlerinnen gute Geschäfte machen.
Zum Bild: André Méroz, Peter Krähenbühl und Luigi Milani ermuntern die Aussteller ihrer Messe Ornaris mit herzhaftem Lachen.
Von Köbi Gantenbein @ 16:12 Ein Aderlass erwartet den Fachbereich Architektur der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Chur: Die Dozentin Aita Flury und die Dozenten Andreas Hagmann, Maurus Frei und Roger Boltshauser verlassen ihre Engagements auf Ende Monat – mitten im Semester. Den Abgang erklärt Hansjörg Büchi, der Departementsleiter in der Zeitung «Südostschweiz» als Folge einer «Orientierung des Studienplans an die praxisnahe Ausbildung der Fachhochschulen und an die Wünsche der regionalen Bauwirtschaft». Es soll mehr Konstruktionsübungen und weniger Entwurf geben. Um das durchzusetzen, erhielten die Vier, die mit ihren Büros gewiss meisterlich zu konstruieren und parxisnah zu bauen im Stande sind, Änderungskündigungen. Sie haben diese nicht unterschrieben und sind also per 1. Februar ohne Engagement. Dass der Abgang abrupt ist, geht also auf das Konto der Schule und nicht auf das der Architekten.
Statt der vier in den Stürmen der Praxis gestählten Architekten, die in Teilzeit neben ihren gut laufenden Büros lehrten, berief die Schulleitung Felix Jerusalem in ein Vollzeitpensum. Praxisnähe und regionale Wirtschaftskraft in Ehren – Jerusalem ist seit etlichen Jahren Oberassistent für Entwurf an der ETH in Zürich. Sein Werk zieren kleinere Umbauten, ein paar Einfamilienhäuser unter anderem eines aus Stroh, eine Zeile Wettbewerbe mit ehrenvollen dritten Rängen und ein eleganter Trinkbrunnen. In einem Leserbrief, weisen die vier Gekündigten darauf hin, dass es wenig Sinn mache, Entwurf und Konstruktion auseinander zu dividieren. Wie richtig! Das werde die Architektenausbildung in Chur in Konkurrenz zu andern Fachhochschulen schwächen, was gewiss kein Dienst für die lokale Wirtschaft sei. Wie wahr!
Wasser sparende Armaturen sind angesagt, schon länger. Seit drei Jahren baut die Similor Group die Steuerpatrone Ecototal+ in die Armaturen, die den Wasser- und Energieverbrauch einschränkt. Rolf Schmidt (zu sehen in unserer Leute-Galerie) erklärt, wie es geht: Hebt man den Hebel hoch, um mehr Wasser fliessen zu lassen, muss man ab einem bestimmten Punkt eine Bremse überwinden. Und drückt man den Hebel nach links, zum warmen Wasser, ebenso. Ausserdem ist die Normalposition auf kaltes Wasser eingestellt, will man solches, mischt man nicht erst noch warmes Wasser dazu, wie das bei vielen anderen Armaturen der Fall ist. Zwei einfache Krücken, die unser Verhalten steuern - ohne Komforteinbusse. Doch der Widerstand, der für mehr oder noch wärmeres Wasser überwunden werden muss, ist physisch spürbar und warnt uns so vor Übermass.
Stromsparen sei für die Kunden nachwievor ein zentrales Argument, die Klassierung der elektrischen Geräte im Haushalt nach Energieeffizienz entscheide oft über den Kauf, bestätigt Michael D. Graf, Leiter Key Account bei V-Zug, (zu sehen in unserer Leute-Galerie). Auch wenn es sich bei den hiesigen niedrigen Stromkosten übers Jahr für den Kunden nur um einen kleinen Betrag handle, der eingespart werden könne.
Wichtiger für das Unternehmen ist das Stichwort Graue Energie. Ein Vorteil, liegt die Produktion im Inland, das immer noch der Hauptmarkt bilde und so die Transportwege kurz ausfallen. Die Sensibilität der Kunden sei hoch, mit dem Firmenlastwagen eine einzelne Waschmaschine ins Wohnquartier zu liefern, nicht mehr opportun. Deshalb bekommt man eine V-Zug-Maschine nur noch beim Fachhändler, oder die Firma liefert direkt auf die Baustelle.
Der Küchenhersteller Alpnach Norm hat Illustratoren eingeladen. Jeden Tag zeichnen sie je zwei Tafeln am Stand, heute sind es Christoph Barmettler und Matthias Leutwyler aus Luzern (zu sehen in unserer Leute-Galerie). Sie nehmen auf, was sie von der Firma kennengelernt haben und setzen es um - frei, einzige Vorgabe: das Firmenlogo muss integriert werden. Die gesammelten Tafeln werden am Schluss der Messe in der Produktion in Alpnach aufgestellt werden, eine der Tafeln wird in einen Schrank umgebaut - auf dass die kreative Nachwuchsförderung erhalten bleibe.

Leicht ist sie, die Platte: sie braucht weniger Material und weniger Bindemittel als in Spanplatten, die glänzende Oberfläche könne mit weniger Reinigungsmitteln geputzt werden. Zum ersten Mal komme sie im Küchenbau zum Einsatz, sagt Marc Herren, der in Thun Piatti vertritt. Überhaupt sei Nachhaltigkeit auch im Küchenbau gefragt, und so hat Piatti nicht nur die leichte Wabenplatte im Programm, sondern auch eine Recycling-Abdeckung aus 75% Altglas, setzt wasser- und stromsparende Armaturen und Elektrogeräte ein. Das alles lohne sich dann, wenn grosse Objekte mit einer Eco-Küche von Piatti ausgestattet werden, sagt Unternehmensleiter Peter Holliger (zu sehen in unserer Leute-Galerie). Ist besser teurer? Ja, aber sie können die Kunden vom Mehrwert überzeugen. Und unter den 21 Küchenhersteller an der Swissbau sei es wichtig, mit neuen Konzepten auftzutreten. Auf dass Nachhaltigkeit nicht nur an der Fassade, sondern auch im Innenausbau ein Thema werde. 
Die Welt ist schön und wird immer schöner: An Jacques Tatis Film «Playtime» erinnert fühlt sich, wer den Stand der Beschläge-Firma Blum besucht. Ein feines Tippen genügt, und das Chuchichäschtli öffnet sich - lautlos und gleichmässig, wie von unsichtbaren Motoren bewegt. Ideal, um Gäste zu beeindrucken! Doch wenn das Filet anbrennt und man erst warten muss, bis sich das Türli kontemplativ geöffnet hat, bevor endlich der Wein zur Hand ist, wird sich so manche Hobbyköchin den schlichten, einfachen Griff zurückwünschen.
Die Firma Cobiax Technologies erhält den mit 50'000 Franken dotierten Umweltpreis der Stiftung pro aqua-Vita in der Kategorie «Technische Innovation». Cobiax hat ein System für Kunststoff-Einlagen in Betondecken entwickelt - mit mehreren Vorteilen wie etwa: Weniger Beton = weniger CO2-Verbrauch und die Decken werden leichter, was zum Beispiel für Aufbauten hilfreich ist. Cobiax vertrieb ursprünglich ein ähnliches System einer dänischen Firma, das seiner Meinung nach aber grosse Mängel hatte, erzählt Verkaufsleiter Stefan Sommer (zu sehen in unserer Leute-Galerie). Das Cobiax-System hingegen - Recycling-Kunststoff wird in Stahlkörben direkt auf die Armierung gelegt - beginnt sich zu bewähren: Grossprojekte wie die Elbphilharmonie in Hamburg werden damit gebaut. Mehr zum System hier: www.cobiax.ch Und mehr zum Umweltpreis hier: www.umweltpreis.ch |