Anna Kanai & Andreas Dobler im Kunstraum Baden

[Kunst]

 

Ein überdimensioniertes, hängendes Gestell aus Wärmedämmplatten bietet unzählige Nischen, in denen Anna Kanai und Andreas Dobler ihrer kleinformatigen Malereien unterbringen. Die Installation ist Teil der Ausstellung CONFODRAMA im Kunstraum Baden. Angesiedelt zwischen einem domestizierten Merzbau und einer Wohnwand, bietet die Installation viel Nahrung für Entdeckungslust. Und ja, etwas Voyeurismus: welcher Teil stammt aus ihrer, welcher aus seiner Hand? Die beiden Kunstschaffenden, die hier zusammenspannen und auch privat ein Paar sind, zeigen Verdrängtes, Unschönes und Unfertiges.

--> Werstattgespräch mit den Künstlern, Claudia Spinelli und Thomas Widmer (TA)
--> Kunstraum Baden, Haselstrasse 15 (Bahnhof West)
--> Dienstag, 12. Januar, 18.30, anschliessend Apéro

Der freischwingende Klappschlitten

[Unaufgefordert zugesandt]


Die Bilder stammen von einem Modell 1:3, und ob der Schlitten rassig fährt, wissen wir auch nicht. Aber die Idee hat was Bestechendes, die Lukas Thüring und Bruno Jost an der FHNW HGK Aarau entwickelten: Der Klappschlitten, inspiriert zur Hälfte von einem Klappstuhl aus dem Campingbedarf und einem Freischwinger. Zu bauen aus Chromstahlrohren, die Sitzfläche aus gesapnnten Auto-Sicherheitsgurten. Die Vorteile liegen auf der Hand: zusammengeklappt lässt er sich einfach tragen und platzsparend verstauen, der Freischwinger-Verweis verspricht hohe Bequemlichkeit. «Für alle, die edles Design, einfache Handhabung und gute Fahreigenschaften lieben», schreibt Lukas Thüring.

Zürichs Weihnachtsbeleuchtung über die Hardbrücke?

[Presseschau]

Hardbrücke
Die Zürcher Weihnachtsbeleuchtung könnte künftig die Hardbrücke inszenieren (Bild: Lando's)

Adieu Zürcher Weihnachtsbeleuchtung: In der kommenden Nacht wird «The World's Largest Time Piece» für immer abgehängt. Die avantgardistischen Leuchtstäbe der ETH-Professoren Fabio Gramazio und Matthias Kohler fanden wenig Gegenliebe in der Bevölkerung, die in der Weihnachtszeit vor allem eines will: Warme Illusionen. Die «NZZ» widmet den 275 Stäben ein Requiem und sagt, wie es mit ihnen weiter gehen könnte: Eine Gruppe um den jungen Architekten Roland Rossmaier stellt die berückende Idee zur Diskussion, die Stäbe künftig über der Hardbrücke leuchten zu lassen. (Anmerkung der Red.: Wenn schon nicht abreissen, wofür wir ja eintreten, dann erst recht aufmotzen.) Doch das Zürcher Tiefbauamt winkt ab: technische Hürden, es gebe keine Mittelmasten zum Aufhängen und überhaupt, der «Plan Lumière» sehe so etwas nicht vor. Trotzdem, bei Roland Rossmaier gibt es mehr Infos dazu.

- Weiter berichtet die «NZZ» über den geplanten Abbruch der Zementfabrik im Tessiner Naturpark Gole della Breggia zugunsten der Renaturierung der dortigen Schlucht. Die ehemalige Betreiberin Holcim übernehme 84 Prozent der Kosten.

- Die «Basler Zeitung» arbeitet auf einer spannenden Doppelseite die Frage auf, ob die Schweiz in der Verkehrspolitik der Europäischen Union ins Abseits geraten könnte.

- Laut «Bund» sind die Abwässer der vorbeiführenden Autobahnen jahrzehntelang in den Wohlensee bei Bern geleitet worden. Jetzt braucht es Reinigungsanlagen für 30 bis 40 Millionen Franken.

- Der «Corriere del Ticino» stellt kurz ein Projekt für ein neues Seniorenzentrum in Lugano-Pregassona vor, Architekt ist Mario Campi.

- Wohnungsnot auch in der Waadt, meldet «24 heures»: Seit 1975 sei der Leerstand nicht mehr so niedrig gewesen. In Lausanne betrage die Leerstandsquote derzeit 0,1 Prozent.

- Die Bündner Architekten Maurus Frei und Norbert Mathis, Dozenten an der Hochschule für Technik Chur, erarbeiteten mit ihren Studierenden Projekte, wie alte Heuställe in Lavin im Unterengadin ausgebaut werden und damit Bestehendes für neuen Wohnraum genutzt werden könnten. Der Bericht in der «Südostschweiz Graubünden».

- Jean-Pierre Hoby, seit 1983 Kulturchef der Stadt Zürich. Im Sommer wird er pensioniert. Ein Interview im «Tages-Anzeiger».

- Meldungen zu Zürichs Bauwelt aus dem «Tages-Anzeiger»: Grüne, Alternative Liste und SP kritisieren das Projekt für einen energieffizienten Stadtteil in der Manegg. Auf der Kronenwiese in Zürich 6 könnten 100 Wohnungen entstehen; ein Architekturwettbewerb soll bald losgehen. Die Architektin Vera Gloor baut im Zürcher Kreis 5 ein weiteres Haus um: an der Ecke Neugasse/Langstrasse, wo kürzlich der traditionsreiche «Farben-Konrad» schloss. Gloor zieht Kritik auf sich mit ihren Erneuerungen, aber Verteuerungen bestehenden Wohn- und Geschäftsraums in den Kreisen 4 und 5.

«Global Building»: Was die Swissbau-Sonderschau alles zu bieten hat

[Swissbau2010]

Die Sonderschau «Global Building» ist ein Marktplatz rund um die Nachhaltigkeit im Bauen. Sechs «Themeninseln» vermitteln dem Besucher und der Besucherin Grundsätzliches zum Lebenszyklus eines Gebäudes und wie dieser nachhaltig gestaltet werden kann — von der Rolle des Standortes in der Projektentwicklung über die Planung, dem Haus als System und dessen Betrieb, bis hin zur Frage des Baustoffrecyclings und dem weiten Feld der Sanierung alter Bausubstanz.

So sieht die Sonderausstellung «Global Building» im Entwurf von Berrel Berrel Kräutler Architekten aus. Links und rechts die Themeninseln, ganz hinten rechts der Stand von Hochparterre, im ersten Stock der Multimediawand unser Produktionsstud
So sieht die Sonderausstellung «Global Building» im Entwurf von Berrel Berrel Kräutler Architekten aus. Links und rechts die Themeninseln, ganz hinten rechts der Stand von Hochparterre, im ersten Stock der Multimediawand unser Produktionsstudio.

Die Themeninseln im Überblick:
- Projektentwicklung: Schon bei der Ortswahl des Bauens und bei der Einbindung in eine ganzheitliche Stadt- und Raumplanung wird die Basis für Nachhaltigkeit gelegt.
- Planung: Bereits in der frühen Phase der Planung eines Projektes sind Nachhaltigkeitsansprüche zu berücksichtigen — das gilt bereits für die Wettbewerbe. Nebst der Architektur der jeweiligen Gebäude stehen nun vermehrt auch Fragen der Gebäudetechnik und der Materialwahl sowie deren Lebenszyklus im Fokus.
- Gebäude als System: Das Gebäude ist ein System. Deshalb ist auch entscheidend, dass die gewählte Kombination von Tragstruktur, Gebäudehülle und Gebäudetechnik optimal zusammenspielt.
- Betrieb und Unterhalt: Ganzheitliche Betriebskonzepte erhöhen die Lebensdauer eines Gebäudes. Sie reduzieren den Energieverbrauch sowie die Kosten von Betrieb und Unterhalt.
- Umbau und Sanierung: Bei der Sanierung bestehender Gebäude ist die vorgängige Analyse wichtig, um den Wohnkomfort zu steigern und die Energieeffizienz zu verbessern.
- Rückbau und Recycling: Gebäude sind unsere künftigen Rohstofflager. Schlau gebaut lassen sie sich beim Rückbau in ihre Grundmaterialien wie Stahl, Glas, Aluminium und andere Stoffe zerlegen und wiederverwerten. Hohe Recyclingquoten verbessern die Ökobilanz.

Was der Besucher auf den Themeninseln erfährt, bestimmt er selbst. Auf dem Tisch vor ihm liegen Gegenstände. Nimmt er einen davon in die Hand, so löst der Tisch per Radiofrequenz-Identifikations-Chip (RFID) eine Filmprojektion aus. Auf die Bilder eines beispielhaften Architekturprojekts folgt der Ausschnitt eines Interviews: Da liefert beispielsweise der Architekt Dietmar Eberle ein Statement zum Verhältnis von Material- und Arbeitsaufwand, das sich beim Bauen in den letzten Jahrzehnten grundsätzlich verändert hat.

Die Swissbau-Sonderschau «Global Building» im Grundriss (Rendering und Plan: Berrel Berrel Kräutler Architekten).
Die Swissbau-Sonderschau «Global Building» im Grundriss (Rendering und Plan: Berrel Berrel Kräutler Architekten).

Die Schau bietet noch andere Formen: Im «Forum», einem Auditorium am «Marktplatz», laufen rund vierzig Anlässe. Da zeigen die Partnerfirmen ihre Entwicklungen, und die Organisationen, die die Schau finanzieren, präsentieren ihre Sicht aufs Thema. Im Rahmenprogramm von «Global Building» füllen Grossanlässe den Saal, etwa Veranstaltungen zur nachhaltigen Quartierentwicklung, zum Minergie-Label oder zum neuen Gebäudesanierungsprogramm des Bundes, auch wird da der «Umweltpreis Schweiz» verliehen. Der Besuch von «Global Building» lehrt den Blick aufs Ganze, auf die Zusammenhänge. Damit Architektinnen und Bauherren nicht nur ein wohliges Gefühl haben, wenn sie von Nachhaltigkeit sprechen, sondern auch wissen, wie man heute im Alltag nachhaltig bauen kann.

--> Das Programm mit allen Veranstaltungen der «Global Building» gibt es hier.
--> Was Hochparterre an der Sonderschau veranstaltet sehen Sie hier.