|  2010-03-10 Jetzt wissen wirs: die Bürobranche hat 2009 rund 18 Prozent weniger Umsatz gemacht als 2008. Mit Bürostühlen machten die wichtigsten Schweizer Hersteller 20, mit Drehstühlen sogar 25 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr. Ergibt immer noch einen Gesamtumsatz von CHF 665 Millionen (2008: CHF 798 Millionen), besser als in anderen europäischen Ländern, vermeldet die Branchenplattform Büroszene.ch Am besten schnitten die Dienstleistungen (Büroplanung, Innenarchitektur und Umzugsarbeiten) ab, die nur 1 Prozent Umsatzrückgang verbuchen. Das Büro lebt.
Von Lilia Glanzmann @ 12:00 
So soll das Hotel Gütsch nach dem Ausbau aussehen. (Visualisierung: Marques AG/Iwan Bühler GmbH)
Die Differenzen zwischen der Château Gütsch Immobilien AG und dem Landschaftsschutzverband Vierwaldstättersee (LSVV) sind ausgeräumt, berichtet die «Neue Luzerner Zeitung». Der LSVV hatte seine nun zurückgezogene Einsprache gegen den Um- und Ausbau des «Gütsch» mit Vorbehalten gegenüber einigen gestalterischen Aspekten des überarbeiteten Projekts der ARGE Marques AG und Iwan Bühler Architekturbüro GmbH begründet. Nun rechnet die Château Gütsch Immobilien AG damit, dass die Baubewilligung nun in Bälde erteilt werden kann und geht davon aus, gemäss Plan mit der Umsetzung des Projekts beginnen zu können. Mehr zum Projekt lesen sie hier.
Weitere Meldungen:
- In der «NZZ» finden sich Meldungen zu unterschiedlichen Projekten: So sorge der geplante Abbruch des schwimmenden Restaurants «Pier 7» am Bellevue weiter für Widerstand, das Projekt «Nagelhaus» unter der Hardbrücke kommt in Folge eines SVP-Referendums vors Volk und das Schloss Laufen am Rheinfall soll für 13,6 Millionen renoviert werden.
- Ebenfalls in der «NZZ» eine Seite über die Entwicklung des Berliner Stadtbezirks Prenzlauer Berg und wie dort nun mit dem Bau von Luxuswohnungen eine neue Phase einzutreten scheint.
- Gestern beantragte die Baselbieter Regierung einen Kredit von 74,2 Millionen Franken für das Strafjustizzentrum beim Bahnhof Muttenz. Wenn der Landrat den Kredit bewilligt, kann ab 2011 gebaut werden. Zwei Jahre später wäre das von den Basler Architekten Kunz und Mösch geplante Gebäude fertig. Das schreibt die «Basler Zeitung».
- Ebenfalls in der «BaZ»: Auf der Heuwaage will der Zoo ein «Ozeanium» als spektakulären Besuchermagneten bauen. Ebenfalls auf der Heuwaage möchte das Präsidialdepartement für das Naturhistorische Museum bauen. Thematisch passt beides gut zusammen, doch der Platz reicht nicht. Entscheiden soll das Basler Parlament.
- Der «Bund» präsentiert das Siegerprojekt für Seniorenwohnungen in Bolligen. «Traubenkirsche» heisst der prämierte Entwurf von Schär Buri Architekten aus Bern. Die beiden Baukörper sollen eine Fassade aus verschiedenen Hölzern - darunter die Traubenkirsche - erhalten. Im Sommer 2011 soll Baubeginn für das 16 bis 20 Millionen Franken teure Projekt sein.
- Der «Tages-Anzeiger» zeigt den Betonturm, der beim Schloss Laufen den Rheinfall erschliesst. 14 Millionen Franken hat der Kanton Zürich investiert, um den Rheinfall als Touristenmagnet attraktiver zu gestalten. Ende März wird die neue Anlage eröffnet. Die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Hochschulen ist fruchtbar, nicht nur in der Forschung, auch in der Lehre. Ein Beispiel einer solchen Zusammenarbeit konnte am 15. Januar an der ETH Zürich begutachtet werden. Im dortigen Foyer wurden die Preisträger des Hawa Student Award 2010 geehrt und mit feinen Tröpfchen und guten Häppchen gefeiert.

Für den Preis mit dem Untertitel «Das wandelbare Haus» setzten sich Studenten von Hochschulen aus der Schweiz und darüber hinaus mit der gleichen Aufgabenstellung auseinander: Ein kleines Ferienhaus sollte flexibel auf die Wünsche und Bedürfnisse seiner Bewohner reagieren können. Bei der detailierten Planung dieser Häuser standen die Beschläge der Schiebeelemente von Hawa im Vordergrund.
Neben den beiden Sachpreisrichtern Heinz Haab sowie Anke Deutschenbaur von der Hawa AG, diskutierten in der rennomiert besetzten Jury fünf Architekturexperten: Marianne Burkhalter, Andrea Deplazes, Axel Fickert, Niklaus Graber und Dominique Salathé. Sie kürten vier gleichberechtigte Preisträger: Blaz Hartman von der Univerza v Ljubljani, Daniel Fuchs und Simon Mühlebach von der ETH Zürich, Franziska Flückiger und Kevin Jans von der HSLU Luzern, Léo Collomb und Max Collomb von der Accademia di architettura di Mendrisio. Das Preisgeld von 12'000 Franken ging in gleichen Teilen an die vier Teams.
Bei jedem der ausgezeichneten Projekte steht ein Aspekt der Nutzung von Schiebebeschlägen im Vordergrund: vom einfachen Schiebeelementen, die unterschiedliche Zimmergrössen und –proportionen ermöglichen, über grosse, verschiebbare Rahmenelemente, flexible Geschossdecken, bis hin zu einer einzigen verschiebbaren Wand, die das Raumgefüge des Hauses komplett verändert.
Die Hawa AG wurde 1965 in Mettmenstetten gegründet und wird heute in der zweiten Generation von Gregor und Heinz Haab geleitet. Sie beschäftigt 140 Angestellte und gehört zu den führenden Entwicklern und Herstellern von Schiebebeschlagsystemen.
Mehr Infos hier.

«Die Stadt als Schrotthaufen: Brauchen wir nicht ernsthaftere Modelle der Schönheit und Lebensfähigkeit der Stadt?» So fragt die provokante Zeile unter dem provokanten Bild, dass uns kürzlich erreichte. Es schmückt die Einladung zur «Konferenz zur Schönheit und Lebensfähigkeit der Stadt», die das Deutsche Institut für Stadtbaukunst in Düsseldorf abhält. Dieses Institut der TU Dortmund widmet sich in eigenen, herrlich anachronistischen Worten «der Erforschung und Lehre der Kunst des Städtebaus». Von Prof. Christoph Mäckler und Prof. Dr. Wolfgang Sonne organisiert, sprechen dort morgen und übermorgen viele viele Baudezernenten, Landesdenkmalpfleger, Wissenschaftler sowie «die wichtigsten Architekturkritiker weitgehend aller deutschen Feuilletons» über – eben: die Schönheit und Lebensfähigkeit der Stadt in Deutschland. Gern wären wir dabei. Allein um das Bild einmal in Saalbreite zu sehen. Weitere Infos hier.
Von Jakob Gantenbein @ 09:55 Hochparterre.Bücher geht es gut. Die Buchhandlung an der Gasometerstrasse in Zürich ist munter, die Geschäfte laufen so, dass die Buchhändler Hanspeter Vogt und Esther Kirianoff und die Verwaltungsräte Loderer und Gantenbein an der 2. Generalversammlung zufrieden sagen konnten: «Es gibt uns noch und immer mehr». Eine fast ausgeglichene Rechnung, Investitionen in die Website, über die alle Bücher auch elektrisch zu haben sind, und ein neues Schaufenster werden im Jahresbericht ebenso erläutert wie die Krise, die die Buchkäufer und -leserinnen offenbar etwas gehemmt hat, ihre Bibliotheken auszubauen. Und auch die Verleger waren zurückhaltend, denn, so Hanspeter Vogt, «2009 gab es etliche schöne Bücher, aber es fehlten die Bestseller.» Die Hochparterre.Bücher AG steigt nun ins dritte Jahr; Verwaltungsrat und Geschäftsleitung stiessen darauf mit einem Pinot Blanc von Andrea Davaz aus Fläsch an und assen Hackbraten und Kartoffelstock mit Seeli im empfehlenswerten Restaurant «Eglihof» an der Eglistrasse in Zürich.

Hanspeter Vogt und Esther Kirinaoff – sie sind Hochparterre.Bücher und schauen zufrieden mit Hackbraten, Kartoffelstock und Fläscher Wein im Körper und dem Wissen: Unser Laden läuft.
Seit 1998 vergibt der Schweizer Heimatschutz jährlich den Schulthess-Gartenpreis. Die letzten Jahre ging er an die Salis-Gärten im Bergell, den Alpengarten Flore Alpe im Walliser Champex und ans Zentrum Urbaner Gartenbau in Wädenswil für die Entwicklung einer Blumensamenmischung speziell für städtische Räume. Der vom Ehepaar Dr. Georg und Marianne von Schulthess-Schweizer aus Rheinfelden gestiftete und mit 30'000 Franken dotierte Preis geht also ebenso an historische Trouvaillen wie an Abseitig-Verborgenes unserer Zeit. Die Auswahl erarbeitet eine Fachkommission, ihr offizielles Kriterium ist «eine herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Gartenkultur».

Gestern nun wurde der Preisträger 2010 bekanntgegeben: das Büro Vogt Landschaftsarchitekten. Die Kommission wählte also diesmal einen zeitgenössischen Landschaftsarchitekten, und zwei seiner Arbeiten, die exemplarisch für das vielfältige Schaffen des Zürcher Büros stehen würden: die sogenannten «Blumenberge» an der Helvetia-Versicherung von Herzog & de Meuron in St. Gallen und der kleine Platz beim von Romero Schäfle umgebauten SIA-Hochhaus in Zürich.
Rätselnd blickt man auf die Entscheidung. Günther Vogts unbestrittene Leistung in Ehren, doch braucht eine Figur wie er, die sowieso im Rampenlicht des aktuellen Geschehens steht, Publicity von Seiten des Heimatschutzes? Etwas Klärung bringt der folgende Satz aus der Pressemitteilung: «Ziel ist, in den nächsten Jahren mit unterschiedlichen Preisträgern verschiedenste Aspekte des aktuellen gartenkulturellen Schaffens zu beleuchten.» Nun denn, wir trauern um die nun fehlenden Trouvaillen und sind gespannt.
Die Preisverleihung findet am 28. Mai 2010 am Nachmittag in St. Gallen statt. Mehr Infos beim Heimatschutz.
2010-03-09 Der Fachhochschulrat verlangt, dass Weiterbildungskurse kostendeckend angeboten werden müssen. Deshalb streicht die Zürcher Hochschule der Künste ZHdK die rund 100 allgemeinen gestalterischen Weiterbildungskurse. Gegen diesen Beschluss setzt sich das «Komitee zur Erhaltung der Weiterbildungskurse» zur Wehr. Und plant für den 10. März die Aktion «Feuer unterm Dach». Im Lauf des Nachmittags entsteht im öffentlichen Raum ein dreidimensionales Objekt aus Latten und Leisten, welches am Abend angezündet wird. Am frühen Nachmittag ist eine Medienkonferenz geplant, danach gibt’s Apéro und Musik. Die Aktion wird von Personal, Verbänden, Politikern und Kursteilnehmenden unterstützt. Mitmachen können alle.
--> ab 14 Uhr: Kunsthof, Limmatstrasse 44: Bau des Objekts
--> 17.45 Uhr: Solidaritätstreffen
--> 18 Uhr: Pressekonferenz
--> 19.30: Anzünden des Objekts, inkl. Kaffe, Tee, Suppe, Musik
Im Zugangsbereich der Klosterinsel Rheinau soll ein kubischer Neubau erstellt werden, berichtet die "NZZ" heute. Das Konzept ist aus einem Projektwettbewerb hervorgegangen; die Baudirektion des Kantons Zürich hat am Montag in Rheinau die insgesamt 42 eingereichten Arbeiten vorgestellt. "Den 1. Platz belegt das Projekt "stabilitas loci" von Bembé und Dellinger Architekten aus Greifenberg bei München. Es sieht einen staatlichen Neubau im Eingangsbereich bei der Brücke vor, der laut Jury trotz architektonischem Ausdruck der heutigen Zeit die gestalterische Grundhaltung der Klosterbauten in Klarheit, Strenge repetitiver Fassadenstruktur und kubischer Einfachheit übernimmt," beschreibt die "NZZ".
Weitere Meldungen:
- Wegen Steinschlaggefahr entsteht zurzeit zwischen Hergiswil und Stansstad eine 500 Meter lange schwimmende Brücke als Strassenprovisorium. Ein schönes Bild im "Tages-Anzeiger".
- Wer eine langfristige Hypothek vorzeitig kündigt, muss Strafe zahlen. Ein Bericht im "Bund".
- Das Nein zur Bebauung auf dem Landhof-Areal hat beim Präsidenten der Familiengärtner nicht nur positive Gefühle ausgelöst: Der Druck auf unbebaute Flächen in der Stadt könnte grösser werden. Ein Bericht in der "Basler Zeitung".
- Ebenfalls in der "BaZ": Die Baselländer Gemeinde Stein hat in einer Mitwirkungskonferenz die Bedürfnisse der Bevölkerung für eine Überbauung auf dem Rheinfelsareal eruiert.
- Gemeindefusionen sind politisch heikel und manchmal heftig umstritten. Dass sie aber offenbar reibungslos und für die Gemeinden vorteilhaft über die Bühne gehen können, zeigt die " Südostschweiz" am Beispiel von Churwalden, Malix und Parpan. Der Zuzug zahlungskräftiger Einwohner führt in der Stadt Zürich offenbar zu einem Verdrängungswettbewerb auf dem Wohnungsmarkt. Innerstädtische Quartiere und Liegenschaften werden aufgewertet, Immobilienpreise und Mieten steigen. Weniger zahlungskräftige Einwohner müssen in peripherere Quartiere umziehen, der Ruf nach Lenkungsmassnahmen für den Mietwohnungsmarkt wird lauter. Gibt es überhaupt erprobte und funktionierende Lenkungsmassnahmen und machen solche Massnahmen Sinn? Welche Folgen ziehen sie nach sich? Warum kollabiert der Markt ohne Lenkung anscheinend trotzdem nicht? Welche Kriterien steuern eigentlich den Wohnungsmarkt?
‹18.15 - Gespräche zur Bauökonomie› geht diesen Fragen nach – wie immer in einer spannenden Diskussionsrunde unter der Leitung von Michael Hauser. Es diskutieren Kaspar Fierz, Bauökonom, Andreas Hofer, Architekt und Vorstand des Dachverbandes der Wohnbaugenossenschaften Zürich, sowie Christina Schumacher, Dozentin für Soziologie an der ETH Zürich.
Wann: Donnerstag, 25. März, 18.15 Uhr (Apéro ab 17.45 Uhr)
Wo: Diesmal im Restaurant EscherWyss, Hardstrasse 305, Zürich. Der Zugang ist ausgeschildert.
Anmeldungen und weitere Informationen: www.fmb-ssg.ch
2010-03-08
Von Lilia Glanzmann @ 11:15 
Rot ist nur noch der Name: die «Bar Rouge» im Basler Messeturm.
Zwei Wochen vor der Luxus-Messe Baselworld hat vergangenen Donnerstag die Bar Rouge in der 31. Etage des Basler Messeturms eröffnet – mit neuem Konzept und frischer Innenausstattung. War das frühere Interieur ganz in Rot gehalten, so lautet das neuen Schlagwort «flexibel»: die RGB-gesteuerte Beleuchtung der zwölf Meter langen Marmor-Bar ermöglicht verschiedenste Farbstimmungen, hinzu kommen drei grosse LED-Wände für Multimedia-Shows. Heisst der Kunde also beispielsweise Heineken, wird die Bar Rouge grün und die passenden Logos erscheinen hinter dem Tresen. Materialien wie Nussbaum, Leder und Spionglas sollen die Atmosphäre zudem edler gestalten. Das neue Konzept könnte aufgehen: Entworfen hat die Bar Creative Circle, eine Berner Agentur mit vielen Kontakten zur Luxusgüterindustrie.
|